Regierungsratswahl AG

Yvonne Feri war die Grünen-Favoritin — Gallati erhielt wenig Unterstützung von den Jungen

Yvonne Feri erhielt im ersten Wahlgang 24,6 Prozent der Stimmen, Jean-Pierre Gallati 35 Prozent.

Yvonne Feri erhielt im ersten Wahlgang 24,6 Prozent der Stimmen, Jean-Pierre Gallati 35 Prozent.

Eine Nachbefragung zum ersten Wahlgang der Regierungsratswahlen zeigt: Nur SVP- und SP-Basis standen voll hinter eigenen Kandidierenden.

Jean-Pierre Gallati (SVP) und Yvonne Feri (SP) machten im ersten Wahlgang der Regierungsratsersatzwahl vom 20. Oktober die besten Resultate. Das lag unter anderem daran, dass die Wählerschaft beider Parteien im Aargau gross genug ist, und ihre Kandidatur auch stark unterstützten.

Die SVP-Wählerschaft stand mit 87 Prozent praktisch geschlossen hinter Gallati, diejenige der SP mit 81 Prozent fast ebenso einheitlich hinter Feri. Dies zeigt eine der AZ vorliegende, ganz neue Auswertung einer Umfrage bei 2132 Wahlberechtigten des Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA).

Jeder vierte Freisinnige setzte auf Gallati

Von solch starkem internen Rückenwind wie Gallati und Feri konnten die anderen Kandidierenden nicht einmal träumen. So bekam die Grünliberale Doris Aebi nur 61 Prozent «ihrer» GLP-Stimmen. Trotz ihrer Vergangenheit als einstige Solothurner SP-Kantonsrätin konnte Aebi bei den Sozialdemokraten nicht punkten. Nur jede 20. SP-Stimme ging an sie. Jeanine Glarner (FDP) musste sich gar mit 52 Prozent und damit mit nur jeder zweiten freisinnigen Stimme bescheiden.

Am schlimmsten traf es den Hausarzt Severin Lüscher: Nur vier von zehn «seiner» grün Wählenden gaben ihm die Stimme. Sogar leicht mehr (41 Prozent) zogen Yvonne Feri vor. Offensichtlich gewichteten viele Grüne das Argument, dass die Regierung nicht frauenlos werden soll, deutlich höher.

Frauen setzten stärker auf Feri und Lüscher

Insgesamt waren die Geschlechterunterschiede indes im Vergleich aller Kandidierenden nicht sehr stark ausgeprägt. Tendenziell besser gewählt von Männern wurden Gallati (SVP) und Jeanine Glarner (FDP). Besser bei Frauen haben Feri (SP) und Lüscher (Grüne) abgeschnitten. Bei Aebi (GLP) war das Verhältnis zwischen Wählern und Wählerinnen ausgeglichen.
Da von der CVP niemand antrat, konnte die Wählerschaft ihre Stimme frei vergeben, was sie auch tat: 27 Prozent gingen an Glarner, 25 Prozent an Feri, 21 Prozent an Aebi, 14 Prozent an Gallati und 8 Prozent an Lüscher.

Feri will Chefarzt-Löhne kürzen – Gallati Änderungen bei der Spitex

Feri will Chefarzt-Löhne kürzen, Gallati Änderungen bei der Spitex – das TV-Duell der Regierungsratskandidaten.

In der Sendung TalkTäglich auf Tele M1 kreuzten sich die Regierungsratskandidaten Yvonne Feri (SP) und Jean-Pierre Gallati (SVP) die Klingen und zeigten, wie unterschiedlich sie die heissen Eisen im Departement für Gesundheit und Soziales anpacken würden. Die wichtigsten Aussagen im Zusammenschnitt.

Die Nachbefragung von Uwe Serdült, Thomas Milic und Salim Brüggemann vom ZDA zeigt weitere Besonderheiten. Die drei Politologen kommen zum Schluss, dass es Glarner, Aebi und Lüscher nur zu Achtungserfolgen reichte. Während sich Gallati auf der Links-rechts-Achse ganz klar als Kandidat der Rechten profilierte, sei Feris Unterstützung ebenso deutlich im linken Lager angesiedelt gewesen.

Die Umfrageteilnehmenden konnten auch die für sie wichtigsten drei politischen Probleme der Schweiz angeben. Das sind: AHV/Altersvorsorge, Umweltschutz/Klima sowie Gesundheitswesen/Krankenkassen. Da nach dem Rücktritt von Franziska Roth die Gesundheitsdirektion im Aargau neu zu besetzen ist, schauten die ZDA-Forscher auf die diesbezügliche Problemeinschätzung. Wer das Gesundheitswesen als wichtigste Herausforderung sieht, gab die Stimme eher an Bürgerliche. Wer hingegen Klimawandel und Umweltschutz zuoberst auf der Agenda hat, wählte eher Kandidierende von SP, Grünen und Grünliberalen.

Bei über 70-Jährigen fand Jean-Pierre Gallati den stärksten Zuspruch. Am wenigsten Unterstützung hatte er bei den 18- bis 29-Jährigen. Im untersten Einkommensviertel setzte fast jeder zweite auf Gallati. Der SVP-Kandidat holte bei allen Einkommensklassen am meisten Stimmen. Yvonne Feris Stimmen waren dagegen bei den verschiedenen Altersgruppen sehr ausgeglichen verteilt. Überdurchschnittlich viele Stimmen holte sie bei Menschen im zweituntersten Einkommensviertel.

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