Grossbrand Rothrist
Wurde die Aufsichtspflicht versäumt? Ungeklärte Fragen nach dem Feuer

Unternehmer Benjamin Giezendanner glaubt, die Firma, bei der das Feuer in Rothrist ausbrach, habe Auflagen nicht eingehalten.

Von Patrick Furrer
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Ein Autobrand führte am Mittwoch zum Flammen-Inferno in Rothrist.

Ein Autobrand führte am Mittwoch zum Flammen-Inferno in Rothrist.

Unternehmer und Grossrat Benjamin Giezendanner ist bestürzt. «Normalerweise wird eine Firma sofort dichtgemacht, wenn sie Brandschutzauflagen nicht einhält.»

Umso erstaunter sei er, dass in der Halle, in der am Mittwoch ein Auto in Brand geriet und einen Grossbrand auslöste, jahrelang herumgemurkst werden konnte.

Die Giezendanner Transporte AG befindet sich auf demselben Industriegelände. Ob Kanton oder Gemeinde ihre Aufsichtspflicht oder ein Eingreifen versäumt haben?

Giezendanner lässt dies offen, sagt lediglich: «Der Kanton ist gefordert, jetzt durchzugreifen.» Nur für den äussersten Fall behält sich der SVP-Grossrat vor, einen politischen Vorstoss einzureichen.

Dort stehen dutzende abgebrannte Autos.
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Nach dem Feuer sieht es in der Lagerhalle schlimm aus.
Durch die Hitze wurden die Dachträger auf alle Seiten verborgen.
Brand in Rothrist durch Auto
Wie die Ermittlungen ergaben, geschah dies als ein 59-jähriger Kroate im Innern der Halle den Wagen ausschlachtete.
Später griff das Feuer auch auf ein Gebäude über.
Ein Grossaufgebot der Feuerwehren Rothrist, Aarburg und Oftringen war stundenlang im Einsatz.
Eine Person ist nach bisherigem Kenntnisstand leicht verletzt worden. Die Löscharbeiten dauern an.
Dunkle Rauchwolken steigen über Rothrist empor.

Dort stehen dutzende abgebrannte Autos.

Zur Erinnerung: Beim Brand entstand ein Sachschaden, den die Aargauische Gebäudeversicherung ersten Schätzungen nach auf 3,6 Millionen Franken beziffert. Erste Ermittlungen ergaben, dass der 59-jährige Kroate ein Auto ausschlachtete, das daraufhin Feuer fing, das auf die Halle übergriff.

Diverse Fragen sind ungeklärt. Im Raum steht, ob der Betreiber der Halle eine Bewilligung für die Arbeit mit Autowracks hatte und ob die Brandschutzauflagen eingehalten wurden.

Ob gegen diese Auflagen verstossen wurde, will die Aargauische Gebäudeversicherung baldmöglichst abklären. Dazu wird auch der Brandursachenermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft, die eine Strafuntersuchung eingeleitet hat, abgewartet.

Die Frage eines Versicherungsausschlusses stehe im Raum, sagt Christina Troglia, Generalsekretärin der AGV. Sicher ist: Das Industrieareal mit den diversen Nutzungen ist ein schwieriges, unübersichtliches Pflaster. Seit mindestens drei Jahren wurden keine neuen Bewilligungen mehr erteilt, weil die Kanalisation unter dem Gelände saniert werden muss. (fup)

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