Bahnstörungen

WSB-Sprecher zu vereisten Fahrleitungen: «Das war ein Extremfall»

Wegen Morgennebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt hatte die WSB am Mittwochmorgen mit vereisten Fahrleitungen zu kämpfen. Auch der Bremgarten-Dietikon-Bahn machte das Wetter zu schaffen.

WSB-Kunden mussten sich am Mittwochmorgen gedulden: Wegen vereisten Fahrleitungen fielen sowohl im Suhrental auf der Strecke zwischen Aarau und Schöftland als auch im Wynental mehrere Züge aus, zudem kam es zu grösseren Verspätungen. Erst gegen 11.00 Uhr verkehrten sämtliche Züge wieder nach Fahrplan.

«Wir haben zwar immer wieder vereiste Fahrleitungen, heute war allerdings ein absoluter Extremfall», sagt WSB-Sprecher Erwin Rosenast gegenüber «Radio Argovia».

Man habe zwar gewusst, dass eine Kältewelle komme, allerdings hatte diese aber stärker Auswirkungen als angenommen. «Wir versuchten zwar, die Leitungen mit Extrafahrten warm zu halten, kurz nach der Durchfahrt waren sie aber sofort wieder eingefroren.»

Reisende kamen teilweise mit Verspätungen an ihrem Ziel an oder mussten auf Ersatzbusse ausweichen.

Verspätungen bei der Bremgarten-Dietikon-Bahn

«Damit es zu gefrorenen Fahrleitungen kommt, braucht es meist Temperaturen um den Gefrierpunkt», erklärt René Fasel, Leiter Bahnproduktion bei der Bremgarten-Dietikon-Bahn, gegenüber der az. «Bei Temperaturen unter minus drei Grad ist die Luft zu trocken.»

Der feuchte Morgennebel und der Temperatursturz machten auch hier zu schaffen. «In den frühen Morgenstunden kam es zu Verspätungen von maximal zehn Minuten», sagt René Fasel, Leiter Bahnproduktion. «Ab 8.00 Uhr konnten unsere Züge allerdings wieder nach Fahrplan verkehren.»

Spray gegen Eis

Anders als die WSB kämpft die Bremgarten-Dietikon-Bahn mit einem speziellen Spray präventiv gegen vereiste Fahrleitungen. «Im Schritttempo fahren wir mit dem entsprechenden Wagen die Strecke ab», erklärte Fasel, «der Spray besprüht die Fahrleitungen dabei mit einer speziellen Flüssigkeit, welche das Gefrieren verhindert.»

Weil es in den letzten beiden Tagen jedoch regnete und die Flüssigkeit bei Niederschlag nicht haften bleibt, habe der Spray in den letzten Tagen nicht eingesetzt werden können. «Ansonsten machen wir aber sehr gute Erfahrungen damit», betont Fasel.

Keine Probleme bei der SBB

Keine Probleme hatte hingegen die SBB. Während die beiden regionalen Bahnunternehmen auf eine geringere Stromspannung setzen, kann die höhere Spannung bei den SBB-Leitungen die Bildung des Eises etwas abwehren.

Laut der SBB ist aber auch die Befahrbarkeit des Netzes rund um die Uhr dafür verantwortlich, dass die Leitungen nur äusserst selten einfrieren.

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