Wochenbulletin
Die Fallzahlen sind im Aargau um 11 Prozent gestiegen – Risiko für raschen Anstieg besteht weiterhin

Die Zahl der Covid-Patientinnen in den Aargauer Spitälern ist stabil. Allerdings liegt der aktuelle R-Wert bei 1,1 Prozent. Das heisst, die Ansteckungen nehmen zu. Dafür verantwortlich sind vor allem die Virusmutationen, auf die inzwischen bis zu 70 Prozent der Neuansteckungen zurückzuführen sind.

Noemi Lea Landolt
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In den Spitälern ist die Lage stabil. Am Donnerstag wurden acht Covid-Patienten auf der Intensiv- oder Überwachungsstation behandelt.

In den Spitälern ist die Lage stabil. Am Donnerstag wurden acht Covid-Patienten auf der Intensiv- oder Überwachungsstation behandelt.

Alex Spichale

Im Vergleich zur Vorwoche hat die Zahl der Neuansteckungen im Aargau um elf Prozent zugenommen. Das schreibt Kantonsärztin Yvonne Hummel im Wochenbulletin des Kantons. Insgesamt sind im Aargau 501 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. In der Vorwoche waren es 452. Am Donnerstag sind 73 Neuansteckungen registriert worden. Am Donnerstag vor einer Woche waren es 74.

Die Zahl der Covid-Patienten auf den allgemeinen Abteilungen und auf den Intensivstationen ist stabil. Am Donnerstag wurden 23 Covid-Patientinnen auf der allgemeinen Abteilung behandelt; acht weitere lagen auf der Intensiv- oder Überwachungsstation.

Drei Personen sind im Spital gestorben

Die Todesfallzahlen sind weiterhin tief und sinkend. In den letzten sieben Tagen sind drei Personen gestorben. Sie waren zwischen 71 und 82 Jahren alt. Alle drei sind im Spital gestorben und hatten Vorerkrankungen. Zwei Personen wurden beatmet.

In der Vorwoche starben im Aargau vier Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren. Sie waren zwischen 68 und 89 Jahre alt.

Fast 1000 Ansteckungen mit neuer Virusvariante

Rund 60 bis 70 Prozent der neuen Fälle sind mittlerweile auf eine der neuen ansteckenderen Virusvarianten zurückzuführen. Letzte Woche waren es 50 bis 60 Prozent der Fälle. Bisher wurde bei 984 Personen eine mutierte Variante bestätigt. Die Zahl der Fälle hat sich seit dem 17. Februar fast verdoppelt.

Kantonsärztin Yvonne Hummel.

Kantonsärztin Yvonne Hummel.

Fabio Baranzini

Es würden weiterhin Zusatzmassnahmen durchgeführt, um die Ausbreitung der Mutationen im Aargau zu verlangsamen, hält Kantonsärztin Yvonne Hummel im Wochenbulletin fest. Kontaktpersonen werden strikt unter Quarantäne gestellt, enge Kontaktpersonen werden getestet und es finden ausgedehnte Ausbruchsuntersuchugen statt.

Zahlen stiegen schon vor den Lockerungen

Der R-Wert liegt im Aargau bei 1,1. Das heisst, 100 Personen stecken 110 weitere an. Anfang Woche wurden die Massnahmen gelockert. Läden durften zum Beispiel wieder öffnen und draussen dürfen sich bis zu 15 Personen treffen.

Die Fallzahlen seien schon vor Beginn der Lockerungen leicht gestiegen, schreibt Hummel. Das Risiko für einen erneuten und möglicherweise raschen Anstieg sei mit der Ausbreitung der neuen Virusvarianten unverändert gegeben.

Positivitätsrate ist auch gestiegen

Auch der Anteil positiver Tests, die sogenannte Positivitätsrate, ist im Aargau letzte Woche im Vergleich zur Vorwoche von 5,1 auf 6,1 Prozent gestiegen. Sie liegt damit wieder auf dem Niveau von Anfang Februar.

Laut Weltgesundheitsorganisation gilt eine Pandemie als kontrollierbar, wenn der Anteil positiver Tests bei 5 Prozent liegt. Ist die Positivitätsrate höher, ist das ein Zeichen dafür, dass zu wenig getestet wird. Die Folge: Viele Ansteckungen werden nicht erkannt und das Virus verbreitet sich immer weiter.

Insgesamt sind 8281 Coronatests durchgeführt worden, das sind weniger als in den vorherigen drei Wochen.