Noch ist es still im Meyerschulhaus – nur auf dem ehemaligen Pausenplatz sind die Bauarbeiter in ihrem Element. Sie erstellen den Anbau ans gegenüberliegende Lindhofschulhaus, der in einem Jahr fertig sein wird und rund sechs Millionen Franken kostet. In Hausen sind dann vier neue Schulzimmer bezugsbereit, zwei zusätzliche sind als Reserve gedacht und für die Schule noch nicht nutzbar.

Zu spät für die rund 30 Sechstklässler, die ab nächster Woche in drei Halbklassen unterrichtet werden. Deshalb wurde das grosse Garderobenzimmer im Meyerschulhaus flugs in das neue Schulzimmer der Klasse 5/6a von Lehrerin Patrizia Schnyder umfunktioniert.

«Zwischen 55 000 und 60 000 Franken wurden bislang für Schreiner- und Elektrikerarbeiten sowie für die Möbel investiert», sagt Gemeindeschreiber Christian Wernli. Eine separate Garderobe für Primarschulkinder? Das tönt nach Luxus. Da der Durchgangsraum zwischen einem Schulzimmer und dem Treppenhaus im Parterre nicht gebraucht wurde, entstand daraus eine Garderobe. «Das mit der Garderobe war eher eine Luxuslösung, jetzt sind wir aber froh darum», so Christian Wernli.

Das Hausener Stimmvolk hatte an der Gemeindeversammlung vom November 2013 einem Kredit von 67 000 Franken für den Ausbau und die Möblierung des Übergangsschulzimmers zugestimmt. Nach diesem einen Jahr wird der Raum zudem neu gestrichen. Was danach damit geschieht, ist noch offen. Aber ein gemeinschaftlich genutzter Raum soll es bleiben.
Mobile Möbel

«Viel musste nicht gemacht werden», sagt die neue Schulleiterin Andrea Haslimeier. Die Garderobenteile mussten entfernt und der Boden geflickt werden, da die Teile im Boden verankert waren. Auch die Möblierung wurde einfach gehalten: «Wir wollten möglichst mobile Dinge wie die Wandtafel auf Rollen und ein ebensolches Regal im Zimmer haben, da diese Möbel nächstes Jahr im neuen Schulhaus gebraucht werden», so Andrea Haslimeier.

Lehrerin Patrizia Schnyder räumt Kisten aus und verstaut Bücher im Regal. Die Schulbänke der Kinder stehen in Reih und Glied. Nur die Wände sind noch kahl. «Das werden wir schnell mit Zeichnungen oder Poster der Kinder ändern», sagt sie lachend.

Während das 6. Primarschuljahr für die Schülerinnen und Schüler neu ist, kennt sich die Lehrerin bestens damit aus. «Ich habe zuvor im sankt-gallischen Zuzwil unterrichtet, da sind sechs Primarschuljahre nichts Neues», erzählt sie mit unverkennbarem Ostschweizer Dialekt. Der Liebe wegen sei sie nach Hausen gezogen.

Einzig das Französisch-Lehrmittel sei ein wenig anders, da dieses extra für den Aargau herausgegeben wurde. Da die Schüler im Kanton St. Gallen früher mit Französisch beginnen, müssten die Aargauer quasi zwei Jahre Lernstoff in einem durchgehen. Patrizia Schnyder scheint sich auf die Herausforderung zu freuen und betont: «Kinder sind ja überall gleich.»