Es geht einerseits um 120 Millionen Steuerfranken und anderseits um das Schicksalspiel der Schweiz an der WM. Die Aargauer Kantonspolitiker setzen am Dienstag ihre Spardebatte fort, die sie letzte Woche nur schleppend und verspätet in Gang gebracht haben. Das Geschäft ist so wichtig, dass für die Sitzung im Grossen Rat Open End angekündigt wurde.

Regierungsrätin Susanne Hochuli schreibt in ihrer aktuellen Kolumne in der «SonntagsZeitung» nun, was viele Aargauer Politiker ebenfalls umtreibt: «Fussball oder Sparen - das ist die Frage.» Es sei absehbar: «Um fünf wird noch nicht Schluss sein. Und um sechs auch noch nicht. Was zur Folge hat, dass ich den Anpfiff sicher, die erste Halbzeit sehr wahrscheinlich, die Halbzeitpause wahrscheinlich, die zweite Halbzeit sehr mutmasslich und den Abpfiff mutmasslich verpassen werde. Weil ich in Amt und Würden ­spare. An Geld ebenso wie an Emotionen, wenn es um das Thema geht.»

Das ärgere sie umso mehr, als ihr Departement bereits zum zweiten Mal an dieser WM zum Mitarbeiter-Public-Viewing auf dem Zeughausareal lädt. Um ­allfälligen Befürchtungen vor­zubeugen, beruhigt Hochuli: «Es geht alles mit rechten Dingen zu – das OK ­arbeitet ausserhalb der Arbeitszeit und gratis gibt es gar nichts (ausser Good Vibrations und ­toller Atmosphäre).»

Deshalb ruft Hochuli auf, selbstverständlich nicht ohne Ironie:  «Liebe freiwillige und unfreiwillige Sparapostel im Kanton: Macht es kurz und schmerzlos am Dienstag. Es wäre für alle von Vorteil, nicht unnötig leiden zu müssen. ­Entweder am verordneten ­Sparen oder an der verordneten Fussball-Abstinenz. Oder an ­beidem.»