Kritik

WLAN für Aargauer Asylunterkünfte? Andreas Glarner findet: «Das ist eine elende Sauerei»

Aargauer Regierung will Asylunterkünfte mit WLAN ausstatten

Aargauer Regierung will Asylunterkünfte mit WLAN ausstatten

Wegen der Coronakrise sollen alle Asylunterkünfte im Kanton Aargau mit drahtlosem Internet ausgestattet werden. Asylbewerber können sich so stets über die Neuigkeiten zur Pandemie informieren. SVP-Nationalrat Andreas Glarner kritisiert den Plan.

Fast 200'000 Franken gibt der Kanton Aargau aus, um die 50 Asylunterkünfte im Kanton mit WLAN auszustatten. Grund dafür ist die aktuelle Notlage durch das nach wie vor wütende Coronavirus (die AZ berichtete). Der SVP-Nationalrat und ehemalige Gemeindeammann von Oberwil-Lieli Andreas Glarner kann diesen Entscheid nicht nachvollziehen. Gegenüber dem Regionalsender Tele M1 sagt er: «Das ist eine elende Sauerei. Da sieht man die Prioritätensetzung der Regierung in der grössten Krise seit dem zweiten Weltkrieg.» 

Die Gründe für die Investition des Kantons sind klar: Man will verhindern, dass sich Asylbewerber in Zeiten von Corona an Bahnhöfe begeben, um dort das kostenlose WLAN zu nutzen. Hinzu kommt der Gedanke, dass die Bewohner von Asylunterkünften so besser untereinander kommunizieren können – sei es wegen Arbeitsstellen, wegen Deutschkursen oder der Schule. 

Anders als Andreas Glarner begrüsst Irène Kälin den Entscheid. Gegenüber Tele M1 erklärt die Grüne-Nationalrätin: «Das ist höchst erfreulich und längst überfällig, dass diese Menschen nun auch Zuhause an die so wichtigen Informationen kommen.» Auch die Kosten – einmalig 198'000 Franken für die Aufrüstung und jährliche Kosten von fast 118'000 Franken – hält Kälin für marginal. Dies besonders, wenn man die Kosten damit vergleiche, wenn sich Asylbewerber an den Bahnhöfen treffen. «Oft musste dabei die Polizei kommen, was sicher weitaus höhere Kosten zur Folge hatte.» Kälin ist überzeugt: «Über die Jahre wird sich dies mehr als lohnen.»

Glarner kontert, ein solches Vorgehen würde in der Privatwirtschaft nie toleriert und fügt an: «Aber der Kanton hat offenbar trotz der Krise genug Geld dafür.» 

Wann die Aufrüstung der Aargauer Asylunterkünfte erfolgt, ist derzeit noch unklar. Der Ausbau soll aber bald erfolgen, wie es beim Kanton heisst. (luk)

Meistgesehen

Artboard 1