Wer tritt an welcher Feier auf?

Auch in diesem Jahr haben es einige Aargauer Gemeinden geschafft, hochkarätige Gäste für die 1. August-Rede zu engagieren. Hier eine (nicht vollständige) Auswahl an interessanten Persönlichkeiten. Auf Politikerinnen und Politiker haben wir bewusst verzichtet.

31. Juli

  • Dintikon: Nick Alpiger, Spitzenschwinger 
  • Kaiseraugst: Kilian Ziegler, Slam Poet
  • Reitnau: Lotti Baumann, Präsidentin des Aargauer Landfrauenverbands
  • Uerkheim: Daniel Dreier, Präsident des Nordwestschweizerischer Schwingerverbands
  • Wittnau: Diana Fankhauser, Schwingerkönigin
      

1. August

  • Aarau: Stefan Riner, Geschäftsführer des Eidgenössischen Turnfests
  • Fislisbach: Michelle Heimberg, beste Schweizer Turmspringerin

  • Mellingen: Belinda Pierre, Fussballschiedsrichterin

  • Remigen: Cornel Villiger, Rollstuhlsportler
  • Rupperswil: Eisschnelläuferin und Olympiateilnehmerin Ramona Härdi
  • Sarmenstorf: Hans Mellliger, Leiter der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau

  • Teufenthal: Michael Brunner, ehemaliger Bundeshauskorrespondent von verschiedenen Tageszeitungen
  • Widen: Patricia Eachus, Rollstuhlsportlerin

Auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller äussern sich seit je zur Lage der Nation. Spannend und erfrischend sind die Stimmen von Migrantinnen.

Ueli Maurers Grusswort an die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zum Nationalfeiertag ist bereits auf Youtube zu sehen. Der Bundespräsident mahnt, die Schweizer Werte auch im Ausland zu leben.

Ueli Maurer: Verfrühte 1. August-Glückwünsche

Ueli Maurer: Verfrühte 1. August-Glückwünsche

Zehn Tage vor dem Nationalfeiertag wurde Ueli Maurers Rede online gestellt. Darin spricht er auf sechs Sprachen die Auslandschweizer an. Auf die Frage, ob sie sich im Datum geirrt haben, antwortet Maurers Departement, dass es üblich sei, die Rede früher online zu stellen. Auf Social Media sorgte diese Aktion für Schmunzeln.

Was gibt es sonst noch für Anlässe?

Aargau Tourismus hat eine Liste mit zahlreichen Events zusammengestellt. Die Jüngeren und Junggebliebenen treffen sich am 31. Juli am Höllefäscht in Besenbüren. 

Wie wichtig sind die 1. August-Feiern noch?

Der Schweizerische Gemeindeverband (SGV) hatte sich 2017 einen Überblick über die offiziellen Feiern verschafft. Über 900 der angefragten 2254 Gemeinden nahmen an der Umfrage teil. Nur in 119 findet gar keine offizielle 1.-August-Feier mehr statt. Das entspricht einem Anteil von 13 Prozent. Als Gründe werden meist die verhältnismässig hohen Kosten, das fehlende Interesse der Bevölkerung und Schwierigkeiten genannt, freiwillige Helfer zu finden.

Auch wenn die Nationalfeier nur in wenigen Gemeinden abgeschafft wurde: Viele Schweizerinnen und Schweizer machen sich nichts aus der 1.-August-Feier. Nur eine kleine Minderheit begeht ihn bewusst als politischen Feiertag. Einige kommen vielleicht noch wegen der Gratiswurst, die meisten dagegen geniessen einfach den freien Sommertag. Auch für Politiker ist die Beteiligung am Nationalfeiertag keine Selbstverständlichkeit mehr. Im letzten Jahr berichteten wir über Spesenregelmente in Aargauer Gemeinden, wonach Gemeinderäte den Besuch einer 1.-August-Feier mit 35 bis 40 Franken pro Stunde verrechnen dürfen. Chefredaktor Rolf Cavalli fragte sich in seinem Wochenkommentar: Wer tut sich das noch an?

Warum feiern manche Gemeinden schon am 31. Juli?

19 an der Umfrage beteiligte Gemeinden zogen die Bundesfeier vor, liessen das Fest also bereits am 31. Juli steigen. Die meisten begründeten es damit, dass der eigentliche Feiertag so im privaten Rahmen gefeiert werden kann. Aus demselben Grund gaben viele Gemeinden an, den offiziellen Feierakt auf den Vormittag des 1. August vorverlegt zu haben.

Darf man dieses Jahr Feuerwerk zünden?

Da die Niederschlagsmengen der letzten Tage auf Kantonsgebiet sehr unterschiedlich ausgeprägt waren, müssen die Verfügungen der Gemeinde beachtet werden. Generell gilt, dass im Wald weiterhin nur die befestigten Feuerstellen genutzt und Feuer nur mit grösster Vorsicht und unter stetiger Aufsicht entfacht werden dürfen. Bei starkem Wind ist gänzlich darauf zu verzichten.

Für fliegendes Feuerwerk ist in jedem Fall ein Sicherheitsabstand von 200 Meter zum Waldrand einzuhalten. Bei Höhenfeuer soll ein Abstand von 50 Meter zum Waldrand berücksichtigt werden.

Auenstein sagte bereits am sein geplantes 1.-August-Feuer ab. Am Dienstag folgte Moosleerau.

Welche Strafen erwarten «Zündeler»?

Die Strafen für Leute, die trotz eines Verbotes Feuerwerk ablassen, sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von kleineren Bussen über grössere Summen sogar bis zu Haftstrafen. Die Gemeinde Birmensdorf sieht für das unsachgemässe Abbrennen von Pyrotechnik eine Ordnungsbusse von 80 Franken vor.

Wer Bäume und andere Pflanzen im Wald vorsätzlich beschädigt, kann sogar mit 20'000 Franken gebüsst werden. Zündeln trotz Feuerverbot kann also sehr teuer werden.

Auch die Versicherungen bezahlen durch Feuer entstandene Waldschäden nicht bedingungslos. Bei Grobfahrlässigkeit kann die Versicherung trotz Privathaftpflicht Leistungen kürzen oder die Kostenübernahme komplett ablehnen. Unter Grobfahrlässigkeit fällt zum Beispiel das Grillieren trotz eines Feuerverbotes.

Wie oft ist Feuerwerk tatsächlich die Ursache für Waldbrände?

Konkrete Zahlen für durch Feuerwerkskörper ausgelöste Waldbrände gibt es für die Schweiz keine. In Medienberichten sind auch nur sehr vereinzelt Meldungen über solche Brände zu finden. So haben zum Beispiel verirrte Raketen in der Silvesternacht auf 2016 in der Sissacherfluh kleinere Brände verursacht.

In einer Statistik von 2002 ist die Rede davon, dass in der Schweiz im Schnitt rund 0,6 Prozent der Brandschadensumme durch Feuerwerk verursachte wurden. Ein Grossteil der Schäden entsteht aber im Winter und nicht im Sommer. Dies ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass im Sommer wie auch dieses Jahr jeweils sehr viel Prävention betrieben wird.

Trotzdem bleibt die Unvorsichtigkeit des Menschen Brandursache Nummer 1 in der Schweiz. Von 1973 bis 2016 sind mehr als 1600 Waldbrände auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Wie schützt man seine Haustiere?

Die Böllerei zum Jahreswechsel setzt viele Haustiere unter Stress. Um Hund, Katze und Co. vor einer «Silvesterneurose» zu schützen, sind einige Vorsichtsmassnahmen angebracht. Einige Tipps finden Sie hier

Tiere haben Angst vor dem 1.August-Feuerwerk

Tiere haben Angst vor dem 1.August-Feuerwerk

Was ist mit Wildtieren?

Auch Nutz- und Wildtiere werden durch die Knallerei gestresst. Feuerwerk sollte deshalb nicht in der Nähe von Ställen, Weiden und Wäldern gezündet werden, um diese Tiere zu schonen.

Für Kleintiere - etwa Igel, Blindschleichen und Spitzmäuse - bedeuteten Holzhaufen für Bundesfeuer eine Todesgefahr, da sie die vorab aufgeschichteten Haufen als Unterschlupf benutzen. Als Abhilfe rät der Schweizer Tierschutz, die Haufen erst am Bundesfeiertag selbst herzurichten oder das Holz vor dem Anzünden umzuschichten.

Das Bafu warnt in diesem Zusammenhang auch davor, in den Feuern chemisch behandeltes Holz, Abbruchholz oder Bauabfälle zu verbrennen. Dabei könnten giftige Stoffe wie zum Beispiel Dioxine freigesetzt werden. Unbedenklich seien Holzstösse aus trockenem, naturbelassenem Holz aus dem Wald oder aus Sägereien sowie getrocknetes Schwemmholz.

Wie geht die Nationalhymne?

Der Text der 1. Strophe geht wie folgt:

Trittst im Morgenrot daher,
Seh'ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

Alle Strophe finden Sie hier.

(kob/az)