Brugg/Bad Zurzach

Wirtschaftsschulen in Brugg und Bad Zurzach: Fusion verunsichert Lehrpersonen

Breite Zustimmung für die neuen Statuten des Kaufmännischen Verbands Aargau Ost.

Breite Zustimmung für die neuen Statuten des Kaufmännischen Verbands Aargau Ost.

Aus «BWZ Brugg» und «Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule KV Baden» wird neu «Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule KV Aargau»

Im Rahmen der Reform der Aargauer Berufsfachschulen hat der Regierungsrat entschieden, dass auf das Schuljahr 2020/21 hin die KV-Schulen in Brugg und Bad Zurzach neu als Aussenstandorte der Wirtschaftsschule KV in Baden geführt werden.

An der ausserordentlichen Generalversammlung des Kaufmännischen Verbands Aargau Ost wurde über den Stand der Dinge im komplexen Fusionsprozess informiert.

Breitere Abstützung der neuen Lösung in der Politik

Grossratspräsidentin Renata Siegrist erläuterte in ihrem Grusswort in einem kurzen Abriss noch einmal den Weg, der zum nun geplanten Zusammenschluss der Schulen Baden und Brugg führte. Insbesondere erklärte sie im Detail die Prozesse nach dem Nichteintretensantrag im Herbst 2016, an deren Ende nun das neue Standortkonzept stand. Dieses zeichne sich vor allem dadurch aus, dass eine deutlich breitere Abstützung des Projekts in der Politik und in der Bevölkerung vorhanden sei, erklärte Siegrist.

Stefan Bräm, Finanzdelegierter des Schulvorstandes und Projektleiter, erläuterte den Übernahmevertrag zwischen den beiden Schulen und ihren Trägern, der Stadt Brugg und dem Kaufmännischen Verband Aargau Ost. Bräm hielt dabei insbesondere fest, dass Baden und Brugg bereits proaktiv einen Zusammenschluss andiskutiert haben. Jörg Pfister, Gesamtschulleiter Zentrum Bildung, erklärte die personellen Aspekte des Zusammenschlusses.

Er betonte, dass dieser bei den Lehrpersonen auch viele Unsicherheiten, bisweilen sogar existenzielle Sorgen verursachte, sowohl in Brugg als auch in Lenzburg, wo der KV-Standort ganz aufgehoben wird. Pfister betonte, dass es von entscheidender Bedeutung sein werde, wie erfolgreich die unterschiedlichen Schulkulturen zusammengeführt werden können. Diese würden praktisch ausschliesslich von den an der Schule tätigen Angestellten, im Speziellen den Lehrpersonen, getragen.

Jürg Baur wird in den neuen Schulvorstand gewählt

Verbandspräsident Alessio Mair und Aktuar Patrick Croket erläuterten die Neuerungen in den Statuten des Kaufmännischen Verbands Aargau Ost, die einstimmig angenommen wurden. Demnach wird der bisherige Schulausschuss aufgelöst; der neue Schulvorstand besteht neu nur noch aus sieben bis neun Mitgliedern.

Neu ist auch, dass es ein Nominationskomitee geben wird, bestehend aus je zwei Mitgliedern des Trägers und des Schulvorstandes. Ebenso werden Kompetenzen an die Schulleitung übergehen, damit gewisse Aktivitäten effizienter und zielgerichteter abgewickelt werden können. Das neue Organisationsstatut wurde diskussionslos und einstimmig angenommen.

Vizepräsident Serdar Ursavas teilte mit, dass fünf Mitglieder schon im Vorfeld ihren Rücktritt aus dem Schulvorstand bekannt gegeben hatten. Die verbleibenden acht Mitglieder Fernando Garcia (Präsident), Alessio Mair (Vizepräsident), Stefan Bräm (Finanzdelegierter), Ruth Müri (Vertreterin des Standorts Baden), Peter Lude (Vertreter des Standorts Bad Zurzach), Giovanna Miceli, René Utiger und Ingo Fritschi wurden in ihren Ämtern bestätigt. Danach wurde Jürg Baur, Grossrat und Stadtrat von Brugg, als Vertreter des Standorts Brugg mit grossem Applaus neu in den Schulvorstand gewählt.

Neuer Name für die Schule an den drei Standorten

Die fusionierte Schule mit den drei Standorten in Baden, Brugg und Bad Zurzach erhält auch einen neuen Namen. Aus «Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule KV Baden» soll neu «Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule KV Aargau» werden.

Verbandspräsident Alessio Mair betonte an der Versammlung, die Umbenennung in «Aargau» sei ideal, da sich das Einzugsgebiet bis in die Region Brugg vergrössere und die Lernenden und Studierenden aus dem ganzen Kanton Aargau kommen und auch weiterhin kommen würden. «Wirtschaftsschule» bleibe weiterhin erhalten, da sich das Weiterbildungsangebot am «zB.» in Baden in erster Linie auf betriebswirtschaftliche Weiterbildungen fokussiere.

Auch in der Grundbildung vertrete die Schule mit Kaufleuten, Detailhändler/innen und der Berufsmatur 2 den Wirtschaftsbereich. Auch «KV» bleibe ein wichtiger Bestandteil des Namens, da dieser Begriff in der Deutschschweiz seit bald 150 Jahren keine weitere Erklärung brauche und für das stehe, was im «zB.» in Baden täglich ablaufe. (az)

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