Luftrettung
Wird TCS-Heli aus dem Aargau bald in Zürich neuer Rega-Konkurrent?

Nach dem Aargau nun auch im Kanton Zürich: Im Nachbarkanton soll der TCS mit seinem in Lupfig stationierten Heli Notfallflüge durchführen dürfen. Die Zürcher prüfen nun, wie der neue Dienstleister in die Rettungsorganisation eingebunden werden kann.

Fabian Muster
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Der Streit zwischen dem TCS und der Rega geht in eine nächste Runde, diesmal im Kanton Zürich: Seit Januar dürfte der im aargauischen Lupfig stationierte TCS-Heli auch für Rettungsflüge aufgeboten werden. Dies bestätigt die Zürcher Gesundheitsdirektion auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». Der Kanton Zürich will nun prüfen, wie der TCS-Heli als neuer Dienstleister sinnvoll in die Praxis eingebunden werden kann.

Ob der TCS diese Bewilligung aber im Kanton Zürich wirklich nutzen will, ist noch nicht sicher. Laut Sprecher Moreno Volpi macht der TCS keine Luftrettungen in Zürich. Er sagt: «Wir haben diese Bewilligung eingeholt, weil der Firmensitz der Air Alpine Ambulance, welcher dem TCS den Heli zur Verfügung stellt, in Kloten liegt.» Bisher standen Patientenverlegungen, Organtransporte oder Repatriierungen im Vordergrund.

Im Aargau fliegt TCS-Heli auch bei Notfällen

Im Aargau hat der Kanton erst kürzlich beschlossen, dass der TCS-Heli, der in Lupfig stationiert ist, auch zu Rettungsflügen aufgeboten werden soll. Auslöser war ein tödlicher Unfall eines fünfjährigen Kindergärtlers in Windisch Ende März. Statt der nahe gelegene TCS-Heli wurde der Rega-Heli aus Basel aufgeboten, was länger dauerte.

Die Rega wehrt sich allerdings gegen den Druck des Aargaus. Ein erstes Gespräch vom vergangenen Donnerstag habe in guter Atmosphäre stattgefunden, sagt Rega-Sprecher Sascha Hardegger gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Ob die Kooperation zwischen TCS und Rega allerdings zustande kommt, ist aus Sicht der Rega offen. Zuversichtlicher zeigt sich TCS-Sprecher Volpi: «Einer Zusammenarbeit stehen keine grösseren Hindernisse im Weg.»

Druck auf Rega auch von Tarifsuisse

Druck auf die Rega übt auch die Tarifsuisse aus, die Einkaufsgemeinschaft der Krankenversicherer. Die Rega verrechnet pro Flugminute Fr. 87.20. Der TCS bloss 82 Franken. Tarifsuisse-Sprecher Daniel Wiedmer begrüsst den Wettbewerb: «Die Verhandlungen wurden durch die neue Situation mit dem TCS mit ausgelöst – und das ist gut so.» Eventuell zeichne sich dadurch eine leichte Reduktion des Tarifs ab, sagt er.

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