Juso Schweiz

Wird diese Aargauerin die Nachfolgerin von Juso-Chefin Funiciello?

Einsatz für Gleichstellung: Mia Jenni skandierte am 1. Mai 2018 in Baden.

Die Obersiggenthalerin Mia Jenni überlegt sich Kandidatur als Chefin.

Das Präsidium der Juso Schweiz könnte nach Cédric Wermuth (2008-2011) wieder in den Aargau gehen. Mia Jenni, 24-jährige Germanistik-und Kunstgeschichte-Studentin, Einwohnerrätin von Obersiggenthal und Nationalratskandidatin, kann sich vorstellen, sich auf den Präsidentinnenstuhl der Juso setzen zu lassen. Sie ist im Vorstand der SP Bezirk Baden und war bis Februar dieses Jahres Co-Präsidentin der Juso Aargau. 2016 hat Jenni zusammen mit Mia Gujer und Ariane Müller sogar für den Regierungsrat kandidiert.

Tamara Funiciello, die jetzige Präsidentin der Juso Schweiz, hat vorletzten Samstag ihren Rücktritt bekannt gegeben. Notabene an einer Delegiertenversammlung in Aarau. Funiciellos Nachfolge wird im August gewählt.

Frau Jenni, werden Sie sich in das Amt der Juso-Präsidentin wählen lassen?

Mia Jenni: Das müssen die Delegierten bestimmen. Ich überlege mir seit der Rücktrittsankündigung von Tamara Funiciello, ob ich dieses Amt will. Aber ich muss viele unterschiedliche Faktoren mit einbeziehen, denn der Posten ist intensiv. Es ist ein langer Entscheidungsprozess. Und ich habe noch etwas Zeit.

Was würde Sie daran reizen, oberste Jungsozialistin zu sein?

Ich bewundere den Einsatz der Juso Schweiz für eine gerechtere Schweiz und möchte meinen Beitrag leisten, damit sie die stärkste Jungpartei des Landes bleibt.

Wer Juso-Präsidentin oder Präsident ist, steht im Mittelpunkt und hat gute Chancen auf eine politische Karriere. Ist das auch eine Motivation von Ihnen?

Mir ist der politische Inhalt der Juso wichtig, darum geht es mir. Ich habe noch nie ein politisches Amt angetreten, um Karriere zu machen. Dass man in einem solchen Amt exponiert ist und bekannt wird, ist einfach ein Nebeneffekt.

Cédric Wermuth, Fabian Molina und Tamara Funiciello waren und sind unbequeme Persönlichkeiten auf dem Stuhl des Juso-Präsidiums. Würden Sie in diese Reihe passen?

Ich bin sicher nicht auf den Mund gefallen. Aber ich vergleiche meinen Stil, Politik zu machen, nicht mit dem anderer.

Wo würden Sie Ihren Stempel aufdrücken?

Insbesondere bei der Gleichstellung und der Vermögensverteilung muss es vorwärts gehen. Bei beiden ist die Lage noch immer miserabel. Aber auch beim Klimawandel und im Bereich der gleichen Rechte für alle Geschlechter und sexuellen Orientierungen (LGBTQ+) besteht noch riesiger Handlungsbedarf.

Klimawandel und gleiche Rechte für alle stehen auch zuoberst auf der Themenliste der Jungen Grünen. Wollen Sie diesen Konkurrenz machen?

Das sind zwei Themenbereiche, die niemand ausklammern sollte! Sie sind zentrale Aspekte unserer Gesellschaft und je mehr sie thematisiert werden, desto besser! Es ist dabei natürlich sinnvoll, wenn die zwei linken Jungparteien zusammenarbeiten, nicht gegeneinander.

Die Juso sieht sich aber nicht so gerne als Jungpartei der SP...

... Die Juso ist eine eigenständige Bewegung. Aber es ist wichtig, dass wir bei der SP am Ball bleiben und schauen, dass sie auf der dezidiert linken Seite bleibt.

Quasi als Kontrollstelle?

Ja. Tamara Funiciello hat es einmal gesagt: Wir müssen der Stachel im Hintern der SP sein und es bleiben. So sehe ich das auch.

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