«Sollte die Vorlage nicht auf das notwendige Minimum zusammengestrichen werden, wird die SVP dagegen das Referendum ergreifen.» So endet die Mitteilung der wählerstärksten Partei im Aargau zur Revision des Energiegesetzes. Sie kritisiert, die Vorlage bringe eine Überregulierung und Bevormundung, dabei werde sich alles, was sinnvoll Energie einspart, ohne Zwang durchsetzen». Dass jeder Neubau mit Energieerzeugungsanlagen für den eigenen Bedarf ausgerüstet «oder im Gegenzug ein Ablasshandel eingegangen werden muss, ist für einen liberalen Staat unwürdig».

Völlig anders beurteilen die Grünen den Vorschlag der Regierung: Die vorgelegte Revision sei machbare Realpolitik, aber kein grosser Wurf. Förderprogramme für energetische Sanierungen, Innovationen und Pilotprojekte würden weiterhin sträflich ausgeblendet. Es brauche strengere Vorgaben, um die Ziele der kantonalen Energiestrategie und des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Sie kritisieren, dass die Regierung nicht auf ihre Forderung eingegangen sei, mehr Mittel in die Sanierung von Gebäuden zu stecken. Dies zeige, dass die kürzlich lancierte Initiative, die genau dies verlangt, nötig sei, finden die Grünen.

Die SP sieht die Vorlage als einen Schritt in die richtige Richtung, der aber nicht weit genug gehe. Die Wärmeerzeugung als grösste CO2-Quelle im Kanton dürfe weiterhin zu 90 Prozent mit fossilen Brennstoffen realisiert werden, kritisiert die SP. Es sei heute schon vertretbar, dass jede Ölheizung am Ende ihrer Lebensdauer durch eine Wärmepumpe ersetzt werde. Bis ins Jahr 2040 müssten alle Häuser im Aargau CO2-frei beheizt werden, fordern die Sozialdemokraten.

Auch die Grünliberalen sind der Meinung, «dass Ölheizungen ein definiertes Ablaufdatum erhalten sollten». Insgesamt sei die Vorlage zu zahm, um die Ziele der Energiestrategie zu erreichen. Dafür wäre eine Sanierungspflicht für Elektrospeicherheizungen nötig. Dass der Regierungsrat einen Entwicklungsschwerpunkt zum Klimaschutz schaffen will, begrüsst die GLP.

Die BDP unterstützt die meisten vorgeschlagenen Massnahmen und hofft, dass die Teilrevision rasch verabschiedet und in Kraft gesetzt wird. Die mit der Energiebranche gefundene Lösung zur Eigenstromversorgung überzeuge. Es brauche aber Investitionen der Hauseigentümer, um die Ziele zu erreichen.

FDP grundsätzlich dafür

Im letzten Jahr kritisierte die FDP, die erste Gesetzesvorlage enthalte zu viele Verbote, orientiere sich an Standards vor 2014 und verursache massive Bürokratie. Die überarbeitete Version ihres Regierungsrats Stephan Attiger begrüssen die Freisinnigen nun grundsätzlich. Die FDP sieht Innovationen, Investitionen in neue Technologien und den Systemansatz als Schlüssel für die Energiewende. Es sei wichtig, vom ausschliesslichen Fokus auf das einzelne Gebäude wegzukommen.

Die CVP sieht die Gesetzesrevision als Chance für das Klima und die Umwelt. Die Vorlage enthalte wichtige Punkte wie Anerkennung von Biogas als erneuerbarer Energieträger oder Abbau von Bürokratie. Dennoch will die CVP weitere Forderungen stellen. Lücken beim Umweltschutz, im Speziellen zur Lösung der Klimaproblematik, will sie mit konkreten, rasch umsetzbaren Massnahmen schliessen.