Bauernverband Aargau
Wird Alois Huber der neue Bauernpräsident?

Aargauer Bauern wehren sich an der Generalversammlung gegen die neue Gewässerschutzverordnung, notfalls werden sie versuchen, mit einer Standesinitiative den Druck auf «Bern» zu erhöhen.

Mathias Küng
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Bei der Aargauischen Landwirtschaftlichen Ausstellung wollen die Bauern 2013 in Lenzburg sich und ihre Arbeit präsentieren.Walter Schwager

Bei der Aargauischen Landwirtschaftlichen Ausstellung wollen die Bauern 2013 in Lenzburg sich und ihre Arbeit präsentieren.Walter Schwager

Der langjährige Präsident des Bauernverbandes Aargau (BVA), CVP-Grossrat Andreas Villiger aus Sins, gibt per 2013 aufgrund der geltenden Amtszeitbeschränkung das Präsidentenamt ab. Vor vier Jahren waren gar die Statuten geändert worden, um Villiger eine dritte Amtsperiode zu ermöglichen. Nebst ihm hören aus demselben Grund die Vorstandsmitglieder Regula Baur und Roland Nussbaum auf. Die Mitgliederorganisationen sind eingeladen, Vorschläge für die Nachfolge zu machen.

Der Vorstand selbst empfiehlt jetzt schon das bisherige Vorstandsmitglied Alois Huber, Pächter des Schlossguts Wildegg, als neuen Präsidenten. Dies gab Villiger an der jüngsten Generalversammlung des BVA in Leutwil vor 165 Mitgliedern und zahlreichen Gästen (unter ihnen Grossratsvizepräsidentin Vreni Friker, Regierungsrat Roland Brogli, Nationalrat Hansjörg Knecht, die früheren Nationalräte Walter Glur und Markus Zemp sowie zahlreiche Grossräte) bekannt.

Villiger selbst verwies in seiner Präsidialadresse auf das Spannungsfeld mit einer wachsenden Bevölkerung. Einerseits gelte es, Lösungen zu finden, um das Kulturland zu schützen. Anderseits bedeuten zusätzliche Menschen auch neue Absatzmöglichkeiten für Landwirtschaftsprodukte. 2012 wird der Verband scharf beobachten, so Villiger und BVA-Geschäftsführer Ralf Bucher, ob die Korrekturen, die die Bauern an der Vorlage für die neue Agrarpolitik erreicht haben, bei der Behandlung im Parlament in Bern auch drinbleiben.

Gar eine Standesinitiative?

Mit einer in Leutwil einstimmig verabschiedeten Resolution wollen die Aargauer Bauern zudem erreichen, dass aus ihrer Sicht viel zu weit gehende Bestimmungen in der aus Bern kommenden neuen Gewässerschutzverordnung korrigiert werden. Die Verordnung sei – so Villiger – «nicht praktikabel, nicht umsetzbar». Dazu gibt es bereits Vorstösse in anderen Kantonen und eine Motion in Bern. Villiger machte deutlich, dass man notfalls versuchen wird, mit einer Standesinitiative den Druck auf «Bern» zu erhöhen. Die Bauern hoffen dabei auf Sukkurs der Gemeinden, die die sehr komplexen Vorschriften durchsetzen müssen.

Werbung für Juni-Abstimmung

Der für die Landwirtschaft zuständige Finanzdirektor Roland Brogli verwies auf die Abstimmung vom 17. Juni. Da steht aufgrund des revidierten Landwirtschaftsgesetzes ein angepasster Verfassungsartikel zur Debatte. Beides passierte im Grossen Rat praktisch einstimmig. So hofft Brogli auch auf ein Ja des Souveräns.