Einige Ferienjob-Anbieter nehmen es mit den Formalitäten nicht sehr genau: Die Leistung wird mündlich vereinbart, feste Arbeitszeiten gibt es keine und einen Arbeitsvertrag halten viele für überflüssig. Dabei geht oft vergessen:

Für die jugendlichen Arbeiter gelten besondere Gesetze. Thomas Hartmann und Thomas Güntert vom Amt für Wirtschaft und Arbeit Aargau beleuchten die juristische Seite der Ferienjobs.

Höchstens die Hälfte der Ferien

Am umfassendsten ist der Arbeitsschutz bei den Arbeitern, die jünger als 16 Jahre sind. «Sie dürfen pro Tag maximal acht Stunden arbeiten – mit Beginn frühestens um 6 Uhr und Feierabend spätestens um 18 Uhr», so Arbeitsinspektor Güntert.

Eine Ferienaushilfe unter 16 Jahren darf zudem höchstens die Hälfte ihrer Ferien schuften. Sonst macht sich der Arbeitgeber strafbar – so will es der Jugendarbeitsschutz. Als Service-Personal in Cafés, Restaurants oder Hotels kommen sie auch nicht infrage – dazu müssen sie mindestens 16 Jahre alt sein.

«Verstösse gegen diese Vorschriften sind uns im Aargau aber keine bekannt», sagt Sektionsleiter Hartmann. Dass alles rund läuft, will er indessen nicht bestätigen: «Wir haben lediglich keine Hinweise dazu erhalten.»

Discos und Nachtlokale verboten

Besonderes Augenmerk gilt auch den Arbeitern unter 18 Jahren. Auch sie stehen unter dem Jugendarbeitsschutz, was bedeutet: Grundsätzlich dürfen sie weder Nacht- noch Sonntagsarbeit leisten – mit Ausnahme weniger Berufe.

Dies ist einer der Gründe, weshalb Minderjährige nicht in Discos, Bars und Nachtlokalen als Servicepersonal arbeiten dürfen. All diese Sonderbestimmungen entfallen jedoch, sobald jemand 18 wird.Für Erwachsene, die einem Ferienjob nachgehen, gilt das gewöhnliche Arbeitsgesetz.

Kein gesetzlicher Mindestlohn

Die Frage nach der Bezahlung ist für Schüler oftmals die entscheidende. Die beunruhigende Nachricht zuerst: Einen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn gibt es nicht. Auch eine offizielle Lohntabelle sucht man vergebens – schliesslich ist die Bezahlung von Alter, Anforderung der Arbeit und Ausbildungsstand abhängig.

Eine ungefähre Faustregel besagt jedoch: Der Stundenlohn entspricht dem Alter plus/minus zwei. «Wichtig ist bei Ferienjobs, dass zum Stundenlohn der Ferienzuschlag von 10,65 Prozent hinzugerechnet wird», betont Güntert.

«Sowohl Arbeitgeber als auch -nehmer sind sich dessen zu wenig bewusst, wenn es um Ferienjobs geht.» Dabei genügt ein kurzer Verweis auf das Gesetzbuch, und schon verdient man einen Zehntel mehr.

«Bei unserem Amt hat sich noch kein Ferienarbeiter über die Bezahlung oder eine allfällige Ausbeutung beschwert», so Hartmann. «Vermutlich gibt es hier eine Dunkelziffer von Ferienarbeitern, die ihr Problem selbst lösen – oder am nächsten Tag einfach zu Hause bleiben.»