Rückblick

«Wir tragen den Aargau nicht nur im Namen, sondern im Herzen»: Wie die NAB zur grössten Regionalbank wurde

Bis ins Jahr 1812 reichen die Wurzeln der Bank. Eine Geschichte, die vor allem geprägt ist von vielen Zusammenschlüssen kleiner und mittelgrosser Banken. Und die Geschichte einer berühmten Büste.

Am Hauptsitz der NAB in Aarau steht die Büste in der Schalterhalle: Heinrich Zschokke war einer der Gründer der "Zinstragenden Ersparniskasse für die Einwohner des Kantons Aargau", die 1812 durch die Gesellschaft für vaterländische Kultur gegründet wurde. Jeder, auch der einfach Bauer oder Handwerker sollte mit dieser Einrichtung die Möglichkeit haben, sein hart erarbeitetes Geld sicher anzulegen. So sollte verhindert werden, dass das Vermögen in einer Zeit, die vor allem geprägt war von Armut und Not, verloren geht. 

Die berühmte Büste von Heinrich Zschokke.

Die berühmte Büste von Heinrich Zschokke.

Die ersten Jahre

Nur zwei Jahre sollte es dauern, da hatte die Kasse bereits ein Sparkapital von knapp 14'000 Franken erwirtschaftet. 1818 erhielt die Bank deshalb eine eigene Verwaltung. 1830 stieg die Summe auf 183'000 Franken. Trotz mehr Eigenständigkeit: Der Kulturgesellschaft blieb die Ersparniskasse noch lange treu, schliesslich hatte sie ihr viel zu verdanken. 

Als das Geld noch etwas anders aussah.

Als das Geld noch etwas anders aussah.

Die Ersparniskasse wird zur NAB

Im Jahr 1864 bekommt die Bank schliesslich einen neuen Namen: "Allgemeine Aargauische Erspaniskasse". Durch zahlreiche Übernahmen von anderen kleinen Banken wie der Sparkasse Aarau, Merenschwand, Murgenthal und Zurzach sowie der Integration der Basellandschaftlichen Hypothekarbank entwickelt sie sich zu einem immer grösseren Bankeninstitut und zu einer regional stark verankerten Grösse.

Die Ersparniskasse.

Die Ersparniskasse.

1989 kommt es dann zum ersten Zusammenschluss: Die "Allgemeine Aargauische Ersparniskasse" und die «Aargauische Hypotheken- und Handelsbank» fusionieren und ab da heisst die Bank NAB, Neue Aargauer Bank. So wie sie alle Aargauer und Aargauerinnen bis heute kennen. Sie ist die Herzensbank der Bürger und ein Aushängeschild für den Kanton. 

Die Credit Suisse und NAB

1995 übernimmt die Credit Suisse die NAB, die da bereits eine der führenden Banken im Aargau ist. Allerdings bleibt die NAB eigenständig. Immer wieder wird das von beiden Seiten betont. Als Teil des Grosskonzerns Credit Suisse geht der Erfolgstrend der NAB also weiter: Noch im selben Jahr übernimmt sie die Gewerbebank Baden und schon 1996 werden die Filialen der Schweizerischen Volksbank (SVB) und auch drei Filialen der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA) und zwar Lenzburg, Spreitenbach und Wettingen in die NAB integriert. 

Die Credit Suisse übernimmt jetzt.

Die Credit Suisse übernimmt jetzt.

Das Ende der NAB

26 Geschäfstsellen hat die NAB bis heute und über 500 Mitarbeiter. Doch jetzt, über 200 Jahre später, ist sie am Ende. Die Neue Aargauer Bank geht komplett in der Credit Suisse auf. Zwar bleiben die Filialen erhalten, bekommen aber einen neuen Namen. Die Büste von Heinrich Zschokke hat dann wohl ausgedient. Der Pädagoge und Denker ist in Zukunft nur noch Geschichte, so wie die grösste Schweizer Regionalbank auch, die so viele Jahre über das Geld der Aargauer gewacht hat. 

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