Januar
Winterwetter im Aargau: Kalt wie seit 30 Jahren nicht mehr und ungewöhnlich trocken

An der Reuss bei Mühlau wurde gar ein Rekord gebrochen: Am 10. Januar lag die Abflussmenge so tief wie nie.

Fabian Hägler
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So wenig Wasser wie noch nie
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Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Aufgenommen im Bild ist unter anderem die Aare.
Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Im Bild ist der Stadtbach.
Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Im Bild ist der Stadtbach.
Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Aufgenommen im Bild ist unter anderem die Aare.
Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Aufgenommen im Bild ist unter anderem die Aare.
Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Aufgenommen im Bild ist unter anderem die Aare.
Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Aufgenommen im Bild ist unter anderem die Aare.
Der kälteste Winter seit dreissig Jahren? Der Winter 2017 ist auf gutem Weg, einer der kältesten Winter seit dreissig Jahren zu werden. Fotografiert in Aarau. Aufgenommen im Bild ist unter anderem die Aare.

So wenig Wasser wie noch nie

Eistag – so lautet der Fachbegriff, wenn die Temperatur den ganzen Tag lang nicht über 0 Grad steigt. Von diesen Eistagen gab es im Januar ungewöhnlich viele, laut einer SRF-Meteo-Mitteilung waren es bis gestern bereits zehn.

Der Temperatur-Durchschnitt für den Januar liegt im Mittelland derzeit unter –3 Grad, deutlich tiefer als der langjährige Wert von 0,3 Grad. «Man muss lange blättern in der Statistik, bis man einen ähnlich kalten Januar findet», heisst es in der Mitteilung. 2006 war demnach auch kalt, aber «nur» –2,2 Grad im Schnitt.

Der letzte kältere Winter liegt laut SRF Meteo schon 30 Jahre zurück: 1987. Das war der Winter, als in La Brévine der heute noch geltende Kälterekord von –41,8 Grad gemessen wurde.

Damals war der Januar im Schnitt –4,3 Grad kalt – dieser Wert dürfte im laufenden Monat nicht erreicht werden. «Bis zum 31. Januar wird es langsam wärmer, die Eistage haben am Wochenende wahrscheinlich ein Ende», heisst es in der SRF-Meteo-Meldung.

Minusrekord an der Reuss

Der Januar ist im Mittelland nicht nur besonders kalt, sondern auch sehr trocken. «Der fehlende Regen hat sich schon im Verlaufe des Dezembers in den Gewässern bemerkbar gemacht», teilt das Bundesamt für Umwelt mit. Im Januar sind die Wasserstände der Seen und Abflussmengen der Flüsse noch weiter zurückgegangen.

Verbreitet seien Werte gemessen worden, wie sie nur alle zwei bis zehn Jahre vorkommen. «An manchen Messstationen wurden auch noch tiefere Abflüsse registriert, so zum Beispiel an der Reuss in Mühlau», heisst es in der Mitteilung.

Hanspeter Hodel, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Umwelt, ist seit 1999 für die Messstation in Mühlau verantwortlich. Er sagt auf Anfrage: «Derzeit führt die Reuss wirklich extrem wenig Wasser, am 10. Januar haben wir gar einen neuen Minusrekord registriert.» Bei der Messstation Mühlau lag die Abflussmenge bei 23,3 Kubikmeter pro Sekunde, leicht unter dem bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 1951.

Diese sogenannte Minimalspitze trat laut Hodel nur für kurze Zeit auf, der Auslöser dürfte ein flussaufwärts liegendes Kraftwerk gewesen sein, das Wasser zurückhielt. «An der Messstation in Mellingen, weiter unten an der Reuss, zeigt sich zur gleichen Zeit derselbe Ausschlag, ein Messfehler ist ausgeschlossen.»

Fischer beobachten Wasserstände

Kurt Braun, der Präsident des Aargauischen Fischereiverbandes, verfolgt die Entwicklung der Wasserstände aufmerksam. «Zwar verkleinert sich der Lebensraum für die Fische, das Niedrigwasser ist aber grundsätzlich kein Problem, solange der Pegel nicht schnell sinkt», sagt er.

Bei kalter Witterung ziehen sich die Tiere laut dem Fischer-Präsidenten in tiefere Wasserschichten zurück, «stellen ihren Organismus auf Winterbetrieb um, bewegen sich nur noch wenig und warten, bis sich das Wasser wieder erwärmt».

Dass sich die Fische an tieferen Stellen aufhalten, mache das Fischen nicht einfacher, räumt Braun ein. Eingeschränkt werden die Fischer auch durch Schonzeiten für einzelne Arten. So darf die Forelle von Anfang Oktober bis Ende Februar nicht gefangen werden.

Das sei immer so und habe mit dem Niedrigwasser nichts zu tun, sagt Kurt Braun. «Und die aktuelle Situation hat auch etwas Gutes: Wir sehen viel mehr vom Flussbett und von der Struktur», sagt er.

Kürzlich habe ihm ein Fischerkollege erzählt, in den vielen Jahren, die er am Rhein fische, habe er noch nie so tiefe Einblicke gehabt. Dies kann laut Braun später im Jahr von Vorteil sein: «Ein wichtiger Aspekt beim Fischen ist, wie gut wir das Gewässer kennen, der Fangerfolg hängt massgeblich davon ab.»

«Enorme Menge»: Salinen rechnen mit einem Salz-Rekord

Von Manuel Bühlmann

Die kalten Januartage bescheren der Schweizer Salinen AG gute Geschäfte: Bis zu 5000 Tonnen unverpacktes Salz werden derzeit ausgeliefert – pro Tag. Dazu kommen täglich bis zu 35 000 verkaufte Säcke mit Auftausalz. «Das ist eine enorme Menge und zeigt, wie stark der Wintereinbruch in der Schweiz war», sagt Sprecherin Nicole Riethmüller.

Und: «Der Januar 2017 ist ein absolut überdurchschnittlicher Ausliefermonat.» Die bisherige Rekordmarke – 83 000 Tonnen in einem Monat – stammt aus dem Januar 2010 und dürfte bald überboten werden. «Wir rechnen damit, dass der Monatsrekord in diesem Januar gebrochen wird.»

Ob die Nachfrage nach Salz über den ganzen Winter hinweg so hoch wie noch nie sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Bisher setzten die Schweizer Salinen in dieser Saison rund 100 000 Tonnen Streusalz ab.

Fest steht für Nicole Riethmüller schon jetzt: «Trotz des sehr milden Winteranfangs und dank des sehr starken Januarmonats wird es einen guten Winterabschluss geben.» Produziert und gelagert wird das Streusalz in Riburg, das auf dem Gebiet der Gemeinde Rheinfelden liegt.

Die Lager sind trotz grosser Nachfrage nach wie vor gut gefüllt: Rund 140 000 Tonnen Salz sind es zurzeit.

Beim Strassenbau sorgt die Kälte bislang für keine Verzögerungen. «Während der Wintermonate planen wir Reserven ein, weil bei Minustemperaturen gewisse Arbeiten wie der Belags-Einbau nicht möglich sind», sagt Kantonsingenieur Rolf H. Meier.

Da die Wochen vor Weihnachten verhältnismässig mild waren, ging es mit den Strassenprojekten bis zum Jahresende gut voran. Meier zeigt sich denn auch nicht beunruhigt: «Damit wir in Verzug kommen, müsste es noch mehrere Wochen so kalt bleiben.»

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