806 Wildtiere starben letztes Jahr im Aargauer Verkehr – meist passieren die Unfälle auf Kantonsstrassen. Eher selten verirren sich Rehe, Wildschweine oder andere Tiere auf Autobahnen.

Wenn doch, dann drohen für Tier und Mensch schwerwiegende Folgen. Wie vergangenen Sonntagabend auf der A1 kurz nach der Raststätte Würenlos, als eine Person leicht verletzt wurde.

Um 20.15 Uhr wurde ein Richtung Bern fahrender Autolenker von einem Reh auf der Fahrbahn überrascht, teilte die Kantonspolizei Aargau gestern mit. Die Kollision mit dem Tier konnte der Autofahrer nicht mehr verhindern. Durch die Wucht wurde das Reh – es war auf der Stelle tot – über die Leitplanke hinweg auf die Gegenfahrbahn geschleudert.

Wegen der Vollbremsung des herannahenden Autos prallte der nachfolgende VW mit grosser Wucht in dessen Heck. Der VW-Lenker musste per Ambulanz zur Kontrolle ins Spital gebracht werden. An den Autos entstand nach Schätzungen der Kapo ein Schaden von rund 100 000 Franken. Die Unfälle führten auf beiden Fahrbahnen zu Staus bis kurz vor 22 Uhr.

Zäune verhindern Unfälle

«Solche Unfälle sind zum Glück selten», sagt Polizeisprecher Bernhard Graser. Entlang der Autobahnen befänden sich durchgehende Wildschutz-zäune, sagt Graser. Löcher in den Zäunen seien eigentlich auszuschliessen und sehr selten.

Nach Unfällen beschädigte Zäune werden laut Bernhard Graser umgehend repariert. Dennoch komme es gerade bei Ein- oder Ausfahrten gelegentlich vor, dass sich Wildtiere auf die Autobahn verirrten. «Vermutlich ist das Reh beim Anschluss Wettingen auf die Autobahn gelangt», sagt Graser, von wo es wohl entlang des Zauns oder auf dem Pannenstreifen umhergeirrt sei. «Lange war das Reh kaum auf der A1», fügt er an, sonst wäre es von Verkehrsteilnehmern früher gemeldet worden.