Dass der Bund bei Suhr für fast 14 Millionen Franken eine Wildtierbrücke über die A1 bauen will, hat heftige Diskussionen ausgelöst. Bürgerliche Aargauer Verkehrspolitiker wie die Nationalräte Ulrich Giezendanner (SVP) und Thierry Burkart (FDP) stellten die hohen Kosten infrage, während Vertreter des linken Lagers wie Nationalrat Jonas Fricker (Grüne) oder WWF-Aargau-Präsidentin Regula Bachmann betonten, die Überführung sei längst überfällig und dringend notwendig.

Inzwischen ist die Auflagefrist für das Projekt abgelaufen – und es gibt sechs Einsprachen gegen die Wildtierbrücke, wie Peter Frey vom eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (Uvek) sagt. «Über die Einsprecher und den Inhalt der Einsprachen können wir in einem laufenden Verfahren keine Auskunft geben», hält Frey fest. Eine der Einsprachen kommt von der Standortgemeinde Suhr selber.

Gemeindepräsident Beat Rüetschi bestätigt dies auf Anfrage, betont aber: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Wildtierüberführung, möchten aber im Projektverlauf unsere Anliegen berücksichtigt haben, deshalb haben wir eine Einwendung eingereicht.» Rüetschi erläutert, der Gemeinde gehe es darum, die Interessen der Ortsbürger als betroffene Waldeigentümer zu vertreten, bereits bestehende Biotope im entsprechenden Gebiet zu erhalten und die Instandstellung der Waldwege nach dem Bau zu gewährleisten. «Zudem sind wir der Meinung, dass unser Forstbetrieb bei der Vergabe der Arbeiten berücksichtigt werden sollte», sagt Rüetschi.

Giezendanner erwartet Bericht

Zu den hohen Kosten äussert sich die Gemeinde Suhr in ihrer Einsprache nicht, obwohl Gemeindeammann Rüetschi sagt: «Für so viel Geld sollte es auch möglich sein, unsere Anliegen zu berücksichtigen.» Nachdem publik wurde, dass die Baukosten für die Wildtierüberführung innerhalb eines Jahres von 7,4 auf 13,9 Millionen Franken gestiegen waren, hatte SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner einen Vorstoss angekündigt, falls er vom Bundesamt für Strassen keine befriedigende Erklärung für die Kostensteigerung erhalte.

Auf Nachfrage sagt er: «Derzeit läuft dort eine interne Abklärung zu dieser Frage, darüber sollte ich einen Bericht erhalten.» Diesen will Giezendanner abwarten, bevor er allenfalls mit einer Interpellation aktiv wird.

Zuerst ist nun aber das Bundesamt für Strassen als Gesuchsteller und Bauherr am Zug – es muss zu den Einsprachen Stellung nehmen. Danach geht der Ball zurück ans Uvek, das eventuelle Einspracheverhandlungen durchführt», wie Esther Widmer, Sprecherin des Bundesamts für Strassen, erklärt.

Wenn alle Einsprachen erledigt sind, stellt das Departement eine sogenannte Plangenehmigungsverfügung nach Nationalstrassengesetz aus – dies entspricht einer Baubewilligung. Danach nimmt das Bundesamt für Strassen die Detailplanung in Angriff und schreibt die Arbeiten für die Wildtierüberführung aus. Im besten Fall können die Bauarbeiten im Sommer 2019 starten. Gut ein Jahr später wäre die Brücke dann fertig.