Haltebewilligungen
Wildes Blut: Exotische Tiere sind bei Aargauern immer gefragter

Die Haustier-Welt im Aargau ist ziemlich bunt. Laut kantonalem Veterinärdienst leben im Aargau nicht nur Bauernhofbüsis und Labradorhunde, sondern auch Löwen, Affen, Wölfe, Tigerpythons, Warane und grüne Mambas.

Aline Wüst
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Savannah-Katzen haben einen gewissen Anteil an wildem Blut. Sie sind zurzeit im Aargau sehr beliebt.
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Ein Löwe als Haustier?
Wolf
Exotische Haustiere

Savannah-Katzen haben einen gewissen Anteil an wildem Blut. Sie sind zurzeit im Aargau sehr beliebt.

Aline Wüst

Der kantonale Veterinärdienst beobachtet, dass der Trend ganz klar in die Richtung geht, dass ein Haustier umso besser ist, je exotischer es ist. Der kantonale Veterinärdienst hat im vergangenen Jahr auch Anfragen wegen Haltebewilligungen für einen Bären und einen Katzenhai erhalten. Beide Anfragen wurden abgelehnt.

Denn, wer ein exotisches Tier halten will, muss gewisse Anforderungen bezüglich Grösse und Innenausbau der Gehege erfüllen. Zusätzlich muss der Tierhalter für bewilligungspflichtige Tiere auch eine entsprechende Ausbildung vorlegen können. Für viele Tiere werden solche Ausbildungen angeboten. Bei speziellen Tieren, wie Affen, wird in der Regel ein Praktikum bei einem Zoo oder Tierpark absolviert.

Katzen mit wildem Blut

Der Veterinärdienst beobachtet auch, dass zurzeit Katzen mit einem gewissen Wildblutanteil besonders im Trend sind, beispielsweise Savannahs. Diese Katzen sind durch die Kreuzung von afrikanischen Servals mit Hauskatzen entstanden. Savannahs haben deshalb besonders lange Beine und grosse Ohren.

René Lerf aus Leibstadt hält und züchtet Savannahs. Darauf gestossen ist er vor sieben Jahren, als er ein spezielles Haustier suchte. Was ihn daran reizt: Die Mischung zwischen einer wilden und einer Hauskatze und trotzdem sind sie sehr anhänglich. Für seine vier speziellen Katzen hat er ein Aussengehege gebaut – eine der Anforderungen, damit der Kanton überhaupt eine Bewilligung erteilt.

Je mehr Generationen zwischen der afrikanischen Wildkatze und der Hauskatzen-Savannah liegen, desto normaler werden die Katzen. Besonders beliebt ist, was noch einen gewissen Anteil an wildem Katzenblut hat. Lerfs wildeste Katze, hat noch zu fast einem Drittel das Blut des afrikanischen Servals.

Die Nachfrage nach Savannahs sei gross, sagt der Züchter. Obwohl die Katzen sehr teuer sind. Eine Katze kostet zwischen 1500 und 8000 Franken. Nicht verwunderlich, dass bei solchen Beträgen auch Betrüger ihr Glück versuchen. So stellen angebliche Züchter Fotos von Wildkatzen ins Internet, verlangen vom Käufer eine Anzahlung und verschwinden mit dem Geld.

Lerf sagt: «Ist eine Katze viel günstiger als üblich, ist Vorsicht geboten.» Wer seriös züchte, brauche viel Zeit. Weil die Zucht von Savannahs aufwendig ist, wird Lerf bald damit aufhören. Stattdessen widmet er sich ganz der Zucht von norwegischen Waldkatzen. Die sind nicht so wild – aber auch im Trend.