Wer soll sich nach der Lektüre des Wikipedia-Artikels entschliessen, zum Beispiel in Aarau Halt zu machen? Wohl nur, wer ohnehin nach Aarau will. Denn der Einstieg in den umfangreichen Internetartikel ist trocken und vermittelt zwei Dinge.

Erstens: Die gröbsten Fakten und Zahlen zur Stadt. Zweitens: Dass Aarau «39 Kilometer südöstlich von Basel, 38 Kilometer westlich von Zürich und 67 Kilometer nordöstlich von Bern» liegt. Dies ist gleich der dritte Satz auf Wikipedia und degradiert die Stadt zum Vorort.

Man scrollt nach unten und erhält den ersten optischen Eindruck: Zu sehen ist die Altstadt auf dem Felssporn mit der Stadtkirche über dem Haldentor im Zentrum.

Wer den ausführlichen Abriss der Aarauer Geschichte überfliegt, fühlt sich aufgrund der weiteren Randillustrationen im ersten Eindruck bestätigt: Nach Aarau geht man vor allem wegen der Altstadt. Erwähnt werden die Kettenbrücke und die Telli. In einem einzigen Satz mit Illustration kommen die 70 bemalten Dachgiebel vor.

Nach den Kapiteln über Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Bildung stösst man auf den Abschnitt Kultur mit Kunsthaus, Naturama und Stadtmuseum sowie Brauchtum, Sport und Freizeit, die ebenfalls touristische Anziehungspunkte sein können. Der Bachfischet wird allerdings als «Räbenlicht-Umzug» beschrieben.

Altstädte stehen im Zentrum

Vom Umfang her mit dem Aarauer Artikel vergleichbar sind die Wikipedia-Beiträge über Baden, Brugg, Rheinfelden, Bremgarten und Zofingen. Überall nimmt die Geschichte viel Platz in Anspruch.

Als möglicher Magnet erscheint auch hier durchs Band weg die Altstadt. Das Ortsbild von Baden etwa wird als eines der eindrücklichsten der Schweiz bezeichnet.

Abgesehen von den öffentlichen Bauten, liest man weiter, fielen aber nur wenige Häuser durch ein aussergewöhnliches Gepräge auf. Die historische Altstadt von Zofingen, erfährt man, sei eine der am besten erhaltenen der Schweiz.

Die Artikel über Lenzburg, Windisch, Muri, Zurzach und Laufenburg sind deutlich kürzer. Immerhin erschliessen sich via die entsprechenden Links wie «Liste der Kulturgüter in...» auch Aspekte und Sehenswürdigkeiten, die nur erwähnt, nicht aber weiter ausgeführt werden.

Auf dem Land wie in der Stadt

Und welche Sehenswürdigkeiten können die Gemeinden rund um Aarau gemäss Wikipedia in die Waagschale werfen? Letztlich ähnliche wie die Städte, bloss in kleinerer Zahl.

In Suhr ist es die spätgotische Kirche von 1495. Unter Gränichen werden Schloss Liebegg, das Kornhaus, das Untervogthaus und die Kirche aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aufgeführt, die als «Hauptwerk des protestantischen Kirchenbaus im Aargau» bezeichnet wird.

Als Sehenswürdigkeit wird in Unterkulm wie in Schöftland die Kirche herausgestrichen, in Schöftland zusätzlich das Schloss.

Manchmal fehlen in den Wikipedia-Artikeln Anziehungspunkte des täglichen Lebens. Das zeigt der Eintrag von Schönenwerd in der solothurnischen Nachbarschaft: Factory Outlet und Fashion Fish heissen hier für viele die attraktiven, von der Wikipedia nicht erwähnten Reizwörter.

Der knappe Artikel kennt auch kein Kapitel «Sehenswürdigkeiten», stellt aber die im Kern romanische Stiftskirche St. Leodegar, den ältesten erhaltenen Sakralbau im Kanton Solothurn, ins Zentrum.

Das Paul-Gugelmann-Museum und der Ballypark erscheinen nur stichwortartig. Hilfreich wäre auch ein Link zur Website der Stiftung Ballyana mit ihrer Sammlung.