Grosser Rat
Wieviel wird heute der AKB-Cheflohn gekürzt? Und was verdienen die andern?

Heute kürzt der Grosse Rat den Lohn für den Chef der Aargauischen Kantonalbank (AKB). Die Frage ist nur um wieviel. Aber: Wieviel verdienen eigentlich die Bankkollegen in den anderen Kantonen? Vergleichen Sie selbst in der Bildergalerie.

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Der Hauptsitz der Aargauer Kantonalbank in Aarau.

Der Hauptsitz der Aargauer Kantonalbank in Aarau.

Keystone
Rudolf Dellenbach, bisheriger AKB-CEO: 930'000 Franken, Umsatz 22,9 Milliarden.
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Blaise Goetschin, Genfer KB: 1,66 Millionen Franken Lohn. Umsatz: 17,5 Milliarden Franken.
Peter Bühlmann, NAB-CEO: 1,05 Millionen Franken Lohn. Umsatz: 21,9 Mrd. Franken.
Roland Ledergerber, St. Galler KB: 978'000 Franken Lohn. Umsatz: 22,9 Mrd. Franken.
Heinz Huber, Thurgauer KB: 925'199 Franken Lohn. Umsatz: 19,7 Mrd. Franken.
Beat Oberlin, Basellandschaftliche KB: 844'964 Franken Lohn. Umsatz: 21,8 Mrd. Franken.
Alois Vinzens, Graubündener KB: 832'000 Franken Lohn. Umsatz: 20,6 Milliarden Franken.
Guy Lachappelle, Basler KB: 818'967 Franken Lohn, 27,6 Mrd. Franken Umsatz.
Hanspeter Rüfenacht, Berner KB: 734'000 Franken. Umsatz: 27,1 Mrd. Franken.
Hanspeter Rhyner, Glarner KB: 455'000 Franken Lohn. Umsatz: 4,5 Milliarden Franken.
Marianne Wildi, Hypothekar-bank Lenzburg: 353'959 Franken Lohn. Umsatz: 4,5 Milliarden Franken.

Rudolf Dellenbach, bisheriger AKB-CEO: 930'000 Franken, Umsatz 22,9 Milliarden.

Chris Iseli

Heute dominieren im Grossen Rat zwei grosse Themen: Am Morgen geht es um Änderungen beispielsweise bei den Prämienverbilligungen. Am Nachmittag dreht sich nochmals fast alles um das Kantonalbankgesetz.

Hauptstreitpunkt bleibt die Frage, wie viel Lohn der künftige CEO der Aargauischen Kantonalbank (AKB) beziehen darf. Dass er gesenkt wird, steht fest. Doch um wie viel? Im Vordergrund stehen im Wesentlichen zwei Anträge:

■ Die Volkswirtschaftskommission will die Lösung durchziehen, welche die damals im Rat erfolgreiche SVP-Motion verlangt hat: Reduktion des Cheflohnes von heute über 900 000 Franken auf neu maximal 600 000 Franken (vgl. grosse Grafik). Das entspricht rund dem doppelten Gehalt eines Regierungsrates.

■ Die Regierung und eine Kommissionsminderheit II wollen folgende Lösung: Der maximale Grundlohn eines Geschäftsleitungsmitglieds soll neu auf 500 000 Franken festgelegt werden – je nach Leistungsausweis plusminus 10 Prozent.

Klicken Sie sich durch die Galerie und vergleichen Sie, wie viel der Aargauer Kantonalbank-Chef im Vergleich zu anderen Bank-Chefs verdient.

Dazu kann eine erfolgsabhängige, variable Vergütung von maximal 30 Prozent gewährt werden. Mit dieser Lösung würde ein CEO künftig im schlechtesten Fall also 450 000 Franken verdienen. Wenn alles super läuft, käme er im besten Fall auf 715 000 Franken.

Umgehung ausschliessen

Die Kommission empfiehlt weiter, die Bestimmungen zu den Vorsorgeleistungen und zu den Löhnen im Gesetz in jeweils separaten Absätzen festzulegen, um eine differenzierte Abstimmung zu ermöglichen.

Die Mitglieder der Geschäftsleitung sollen zukünftig maximal die Vorsorgeleistungen gemäss den Vorsorgeplänen des Jahres 2014 erhalten. Eine allfällige Umgehung der Lohnobergrenze über eine grosszügige Vorsorgelösung soll somit ausgeschlossen werden, so die Kommission.

Die Regierung will im Gesetz auch festhalten, dass Mitglieder der AKB-Geschäftsleitung keine Abgangs- oder andere Entschädigung erhalten, auch keine Vergütung im Voraus. Und sie erhalten keine Prämie für Käufe und Verkäufe von anderen Gesellschaften. Ein anderlautender Antrag aus der Kommission liegt nicht vor.

Auch bis 70 Kader betroffen

Die grosse Grafik unten zeigt, wo der AKB-Chef mit seinem heutigen Lohn steht, und wo er künftig je nach vom Grossen Rat gewählten Lösung stehen wird. Beachten wird der Grosse Rat auch, dass er nicht nur den Lohn des CEO und der obersten Führungsebene (Geschäftsleitung) senkt.

Damit das Lohngefüge weiterhin stimmt, müssen auch potenziell rund 70 AKB-Kader eine Lohnanpassung nach unten befürchten. Und zwar laut Regierungsbotschaft 5 der ersten (Geschäftsleitung), und 6 der zweiten (die Stellvertreter der Geschäftsleitungsmitglieder und Leiter interne Revision).

Zudem sei absehbar, «dass die Lohnbeschränkung mittel- bis langfristig auch das Lohngefüge der dritten Führungsebene beeinträchtigen wird». Das beträfe 62 Personen. Mit den Lohnbeschränkungen werden Änderungskündigungen nötig.

SP will starke Staatsbank

SP-Co-Fraktionspräsident Dieter Egli präsidiert die vorberatende Kommission. Er spricht von zwei Systemen, die sich nicht decken. Als Politiker könne man in seiner Partei und weit darüber hinaus «niemandem erklären, warum ein Lohn von noch 600 000 statt 930 000 Franken ein Problem sein soll».

Doch für Bankenkreise passe dieser hohe Lohn ins System. Und die AKB selbst sage, man müsse bei einem tieferen CEO-Lohn das Lohngefüge der obersten Kader anpassen. Deshalb sei es «schon denkbar, dass sich Kader der AKB dann in Zürich umschauen könnten, wo höhere Löhne bezahlt werden».

Im Grossen Rat hatten etliche auch gehofft, mit der Lohnsenkung eine Initialzündung für einen neuen Trend auszulösen. Das ist allerdings nicht eingetroffen. Es gab zwar beispielsweise im Thurgauer Parlament einen Vorstoss. Er war aber chancenlos.

Egli bestätigt: «Ich sehe keinen Kanton, der uns gefolgt ist.» In der SP selbst stehe eine Mehrheit zur ursprünglichen Lohndeckelung. Einige überlegen sich laut Egli «allenfalls eine etwas offenere Lösung». Ziel sei so oder so eine weiterhin starke Staatsbank.

AKB sucht neuen CEO

AKB-CEO Rudolf Dellenbach will sein Amt altershalber abgeben. Genau vor einem Jahr wählte der Bankrat Andreas Waespi als Nachfolger.

Wegen eines Finanzmarktaufsicht-Verfahrens konnte er sein Amt aber nicht antreten. Dellenbach bleibt jetzt solange, bis ein neuer Nachfolger erkoren ist. Die Bank startet die Nachfolgesuche, wenn das neue Gesetz verabschiedet ist.