Park Innovaare

Wieso sich die 150-Millionen-Investition für die Coop-Pensionskasse rechnet

Die Vergabe des Baus an die Pensionskasse Coop ist eine Schlüsseletappe für den Park Innovaare. Schon 2023 sollen innovative Jungunternehmen, KMU und Forschungsabteilungen von Grosskonzernen einziehen. Was sich Coop von der Investition erhofft.

Der Park Innovaare in Villigen, ganz bewusst direkt neben dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) geplant, soll für den Aargau zu einem neuen Innovationsmotor werden. Dafür braucht es Hightech-Start-ups, KMU, aber auch grosse Firmen, die eine Forschungsabteilung für längere oder kürzere Zeit hier arbeiten lassen. Denn in Villigen profitieren sie von der Nähe zum PSI, das zur ETH gehört – der besten Universität in Kontinentaleuropa –, zur Fachhochschule in Brugg-Windisch und zu weltweit tätigen Industriefirmen wie ABB oder GE. Hier sollen forschende Firmen auch vom Know-how des PSI profitieren und hochstehende Innovationen den Weg in die Wirtschaft beziehungsweise in neue Produkte oder in Produktverbesserungen finden.

In der Politik ist man sich einig: Man will das, der Standort ist längst bekannt. In Villigen besteht bereits ein erster Standort, in dem schon 16 Firmen tätig sind. Ziel ist ein Innovationspark mit vielen hochqualifizierten Arbeitsplätzen. Dieser soll aber privat finanziert werden.

Das gelingt jetzt. Am Donnerstag konnten die Verantwortlichen des Park Innovaare in Villigen stolz den Namen der Investorin für die erste Etappe vorstellen. Es ist die CPV/CAP Pensionskasse Coop. Sie investiert über 150 Millionen Franken in den Ausbau. Genauer gesagt in den geplanten, mehrteiligen Neubau mit einer Mietfläche von rund 23'000 Quadratmetern (auf der Visualisierung oben im Wesentlichen die beiden markanten Gebäude im Vordergrund).

Der frühere ABB-Schweiz-Chef und jetzige Innovaare-Verwaltungsratspräsident Remo Lütolf sagte, er sei erleichtert, eine grosse Herausforderung geschafft zu haben: «Mit der vor bereits einiger Zeit erhaltenen Baubewilligung und nun der Sicherstellung der Finanzierung dieses Grossprojekts ist der Durchbruch erfolgt und Park Innovaare kann wie geplant realisiert werden.» Der Spatenstich ist im Herbst. Die Baudauer wird auf vier Jahre veranschlagt.

Marktgerechte Rendite

Doch warum baut die Pensionskasse Coop hier? Geschäftsführerin Maria Gumann sagt, man sei überzeugt vom Projekt direkt beim PSI. Es entspreche dem Sinn und Geist von Vorhaben, in die sie investieren. Zudem «bekommen wir hier eine marktgerechte Rendite».

Doch wie kommt die zustande? Park Innovaare ist Mieterin des Gebäudes, so CEO Benno Rechsteiner. Sie selbst müssen dann Mieter suchen. Einer steht schon fest: Das PSI mietet von Innovaare (das mit der Investorin einen langjährigen Mietvertrag abschliesst) 70 Prozent der Räumlichkeiten. Rund 10 Prozent wolle man freihalten, um sofort Platz zu haben, wenn sich eine Firma von irgendwoher meldet und sofort kommen will. Solche Leerstände gehörten zum Konzept, sagt auch Raymond Cron, CEO von Switzerland Innovation. Er bewirbt die Schweizer Innovationsparks (vgl. Box unten). Für etwa 20 Prozent der Fläche müssen also noch Mieter gefunden werden. Die können dann auch sagen, wie ihr Labor aussehen soll. Um grösstmögliche Flexibilität zu haben, wird deshalb laut Remo Lütolf der Bereich der Labors erst im «Edelrohbau» erstellt.

Hohe Ansprüche an den Bau

Der Bau wird sehr anspruchsvoll. Die Firma Erne AG plant ihn seit zehn Jahren. Zum einen kann es im Baugrund immer Überraschungen geben, zum andern braucht es erschütterungsfreie und temperaturstabile Forschungslabors, so Patrick Suter von der Erne AG. Beim Bau werden auch Spezialmaschinen eingesetzt, damit die benachbarte, erschütterungssensible Forschungsanlage Synchrotron Lichtquelle (SLS) des PSI nicht beeinträchtigt wird.

Ein Projekt dieser Grössenordnung könnten nur Banken, grosse Immobilienfonds oder grössere Pensionskassen stemmen, sagt Lütolf zur Frage, wie man auf die Investorin gekommen sei. Das Angebot der Coop Pensionskasse sei das finanziell attraktivste gewesen. Die Politik habe sich bei der Vergabe nicht eingemischt: «Wir haben das entschieden. Wir spürten zudem bei der Pensionskasse Coop grosse Affinität zu unserem Projekt.»

Das künftige Villigen-Valley?

Freude herrscht auch in der Politik. Zum einen bei Landammann und Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann, der die Idee des Innovationsparks seinerzeit auf die Schiene geschoben und vorangetrieben hat. Zum andern aber auch bei Gemeindeammann René Probst in Villigen. Er hofft, dass nebst dem berühmten Silicon-Valley in seinem Dorf im unteren Aaretal «vielleicht das künftige Villigen-Valley heranwächst».

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