Fall Lucie
Wieso die lebenslange Verwahrung das einzig richtige Urteil ist

Darf Daniel H. das Gefängnis je wieder verlassen? Nein, entschied gestern das Aargauer Obergericht. Und verurteilte den Mörder von Lucie Trezzini zu einer lebenslänglichen Verwahrung. Es ist das einzig richtige Urteil.

Philipp Mäder
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Während des Prozesses sahen Lucies Eltern, Roland und Nicole Trezzini, von Zeit zu Zeit zum Mörder ihrer Tochter, Daniel H. Alfi Moor

Während des Prozesses sahen Lucies Eltern, Roland und Nicole Trezzini, von Zeit zu Zeit zum Mörder ihrer Tochter, Daniel H. Alfi Moor

Im Gegensatz zu einer normalen Verwahrung gibt es dabei keinen Ausgang und keinen Hafturlaub, nie. Und der Verwahrte kann auch nicht jedes Jahr verlangen, dass er nun freikommen soll. Er sitzt also wirklich hinter Schloss und Riegel. Für wirklich lange.

Ist dieses Urteil richtig? Der gesunde Menschenverstand sagt: Selbstverständlich! Daniel H. versuchte 2003 eine Frau zu töten, was ihm nur knapp misslang. Dann kümmerten sich jahrelang erfahrene Therapeuten um ihn. Und trotzdem schlug er 2009 wieder zu und brachte die 16-jährige Lucie um – auf brutalste Weise. So einer darf nie mehr raus.

Die Oberrichter mussten aber nicht nur dem gesunden Menschenverstand folgen, sondern auch dem Gesetz. Und dieses sagt: Jemand ist dann lebenslänglich zu verwahren, wenn er «dauerhaft nicht therapierbar» ist. Doch wie lange dauert «dauerhaft»? Das Bundesgericht konnte sich bisher noch nie dazu äussern, also musste das Obergericht allein entscheiden. Es kam zum Schluss, dass es genügt, wenn eine Therapie wie bei Daniel H. während mindestens 15, eher aber während 20 Jahren keinen Erfolg verspricht.

Damit kommen der gesunde Menschenverstand und die Juristen für einmal zum gleichen Schluss – was selten genug der Fall ist. Und deshalb ist diese lebenslängliche Verwahrung auch das einzig richtige Urteil für Daniel H. Bleibt allein zu hoffen, dass dies auch das Bundesgericht in letzter Instanz so sehen wird.