Aus Rücksicht vor muslimischen Kindern sollte es an der Wohler Kinderfasnacht neu Poulet- statt Schweine-Wienerli geben. Peter Michels Aussagen im "Blick" haben am Samstag eine hitzige Debatte ausgelöst. Michel ist Präsident der Kammergesellschaft Wohlen und letztlich verantwortlich dafür, welche Wienerli an der Fasnacht verteilt werden. Nun stellt er klar, dass es an der Kinderfasnacht sehr wohl Wienerli mit Schweinefleisch geben werde. Er habe das aufgrund eines vereinsinternen Missverständnisses selbst erst am Samstagmorgen erfahren. "Wir haben 750 Poulet-Wienerli und 750 Schweine-Wienerli bestellt", stellt Michel gegenüber dem Regionalsender Tele M1 klar.

Der Verantwortliche im Verein habe die Bestellung bereits diesen Monat aufgegeben, erklärt Michel. Es sei eine Kommunikationspanne gewesen, dass er von der Halb-Halb-Bestellung erst jetzt erfahren habe. Den Inhalt der Wienerli hat die Kammergesellschaft auf Wunsch der Schulen überdenkt.

Kein Verständnis für die Massnahme

Ein allfälliger Wechsel von Schweine- zu Poulet-Fleisch wäre an verschiedenen Orten nicht gut angekommen. Der Wohler SVP-Grossrat Jean-Pierre Gallati sprach von einer "Kapitulation vor der Islamisierung".

Die Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, Saïda Keller-Messhali, fände die Abkehr vom Schweinefleisch übertrieben: "99 Prozent der Muslime ist es völlig egal, was angeboten wird. Sie entscheiden sich einfach für das, was sie wollen." (mwa)