Zusammen mit Schwemmholz und Laub wird bei Wasserkraftwerken häufig Plastik aus dem Wasser gefischt und wieder in den Fluss gelassen. Problematisch wird es, wenn der Plastik von den Wirbeln unterhalb der Kraftwerke zerrieben wird, denn so entsteht Mikroplastik. Das Vorgehen widerspricht eigentlich den Regeln, trotzdem wird es gemacht. Auch im Kanton Aargau, etwa beim Kraftwerk Brugg-Wildegg der Axpo.

Die AZ hat letzte Woche darüber berichtet, dass Pro Natura ein Ende dieser Praxis verlangt. Jetzt fordern Grossräte, hauptsächlich von der SP, den Grünen, der GLP und der CVP eine Stellungnahme der Regierung. Sie haben am Dienstag einen Vorstoss im Grossen Rat eingereicht. Der Regierungsrat soll aufzeigen, bei wie vielen Kraftwerken im Aargau die Praxis des in den Fluss zurückkippens von Plastik üblich ist. Die Probleme mit Zivilisationsmüll in den Gewässern hätten sich in den letzten Jahren verschärft und belasteten zusehends auch die Aargauer Gewässer, schreiben die Interpellanten und fragen den Regierungsrat, welche Schritte er einzuleiten gedenke, um diese Situation zu verbessern. Auch sei fraglich, inwiefern das Vorgehen der Wasserkraftwerke mit dem Gewässerschutzgesetz und der Litteringgesetzgebung vereinbar sei. «Während Littering von Einzelpersonen unter Strafandrohung verboten wird, lassen einzelne Kraftwerkbetreiber angeschwemmten Plastik offenbar einfach wieder in den Fluss zurückführen», merken die Interpellanten um Sprecher Max Chopard (SP) an.

Pro Natura hat die Axpo mit der Kritik konfrontiert und als Antwort erhalten, man halte sich beim Umgang mit Schwemmgut inklusive Plastikabfälle an die in der Konzession definierten Auflagen des Kantons. (EVA)