Hundehaltung
Wie viele Hunde zumutbar sind, entscheidet der Kanton im Einzelfall

Jeder 15. Aargauer besitzt einen Hund. Hundeliebhaber und Züchter sorgen sich um ganze Rudel. Der Kanton hat bewusst keine Maximalzahl festgelegt. Für Hundesitter, die mehr als fünf Pflegeplätze anbieten, braucht es seit Januar aber eine Bewilligung.

Claudia Meier
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Wie viele Hunde sind zumutbar?

Wie viele Hunde sind zumutbar?

Tele M1

Beim «Gassigehen» in Wettingen darf eine Person maximal fünf Hunde – vier davon an der Leine – zusammen ausführen. So sieht es auch das Bundesgericht, das das Urteil aufgrund von Christina van Steen fällte, weil die Spreitenbacherin mit 16 Hunden spazieren ging.

Im Aargau leben über 40’000 Hunde. Was bedeutet dieses Urteil für den Kanton?

Rahel Marschall, Fachspezialistin Hundewesen beim kantonalen Veterinärdienst sagt: «Das jüngste Bundesgerichtsurteil bietet uns eine Handlungsgrundlage für den Vollzug.»

Pflicht der Tierhalter sei es, den Hund jederzeit unter Aufsicht und Kontrolle zu haben. Ob der Hundehalter dieser Pflicht nachkomme, werde bei Bedarf im Einzelfall beurteilt. Die Mehrheit hätten die Hunde im Griff, betont Marschall.

Wie sieht das bei der Hundehaltung aus? Was ist für Mensch und Tier zumutbar?

Dazu sagt Marschall: «Wir haben im Aargau absichtlich keine Zahlen gesetzlich verankert.» Jeder Einzelfall werde separat analysiert. Das neue kantonale Hundegesetz trat am 1. Mai 2012 in Kraft.

Bewilligung für Hundesitter

Eine neue Regelung gilt seit Januar für Hundesitter: Wer tagsüber oder nachts mehr als fünf Pflegeplätze für Hunde anbietet, braucht eine Bewilligung.

So sieht es die neue Tierschutzverordnung vor. «Das wissen viele Hundesitter noch nicht», sagt Marschall.

Vorher waren diese Dienstleistungen nur meldepflichtig. Um eine Bewilligung zu bekommen, sei eine Tierpfleger-light-Ausbildung erforderlich, so Marschall weiter.

Die Nachfrage nach Pflegeplätzen für Hunde ist insbesondere über Festtage und während den Ferien gross.

«Über Ostern könnte ich 30 Hunde aufnehmen. Doch mein Motto lautet: Lieber weniger Hunde, dafür kann ich ihnen eine gute Betreuung bieten», erzählt Sonja Boutellier von Sonja’s Tierparadiesli in Unterkulm.

Neben ihren beiden Hunden bietet sie maximal drei weiteren Tieren einen Ferienplatz mit Familienanschluss an.

«Entscheidend ist der Platz. Auch 10 Hunden könnte ich niemals gerecht werden», sagt Boutellier, die oft mit den Hunden im Freien spielen oder baden geht.

Im Quartier bezieht sie dazu – immer unter Aufsicht, wie sie sagt – auch mal die Kinder mit ein. «So werden die Hunde auch gleich sozialisiert.»

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