Aargauer Strassenverkehrsamt
Wie mit dem Recyceln alter Autonummern gespart wird

Pro Tag geben im Aargau zwischen 150 und 200 Autohalter ihre Nummern ab. Diese werden vom Strassenverkehrsamt eingelagert und bis zu einem Jahr reserviert - eine teure Angelegenheit. Mit einer Neuorganisation des Lagers soll nun gespart werden.

Aline Wüst
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Johannes Baer, Leiter des Strassenverkehrsamts, mit einer Nummer, die nächstes Jahr versteigert wird. Annika Bütschi

Johannes Baer, Leiter des Strassenverkehrsamts, mit einer Nummer, die nächstes Jahr versteigert wird. Annika Bütschi

Früher war das so: Ein Aargauer ging ins Strassenverkehrsamt und wollte eine Autonummer. Die Dame am Schalter sah ihn aufmerksam an. Ein paar freundliche Worte, ein Blick in den Führerausweis. Dann schob sie ihm das Kontrollschild rüber – das Kontrollschild, das zu ihm passte, wohlverstanden.

Nicht zu hoch, nicht zu tief. Passend halt. Die Zeiten haben sich geändert. Mittwochs, um 10.21 Uhr, am freien Schalter sitzt Claudia Siegrist. Der nächste Kunde bekommt die Nummer AG 224 922. Obs passt oder nicht.

Kanton muss sparen

Heute sind im Aargau mehr als eine halbe Million Fahrzeuge eingelöst – und es werden immer mehr. Jährlich kommen 50 000 neue Kontrollschilder in den Verkehr. Das Verwalten dieser Schilder kostet Geld. Für Extrawünsche bleibt keine Zeit. Und der Kanton muss sparen.

Auch das Strassenverkehrsamt muss mithelfen. Und hat deshalb den Rotstift bei den Kontrollschildern angesetzt – 50 000 Franken sollen gespart werden mit einer Reorganisation des Autonummern-Lagers. Im Strassenverkehrsamt freut man sich darüber.

Jeder vierte Halter holt Schild wieder

Die bisherige Organisation bedeutete viel Arbeit. Pro Tag geben im Aargau zwischen 150 und 200 Autohalter ihre Nummern ab. Das Gesetz will es so, dass diese Nummern ein Jahr lang für den Halter reserviert werden. Will ein Halter nach acht Monaten sein Auto wieder einlösen, bekommt er die Nummer wieder. Und zwar die genau gleiche Nummer. Da ist auch der Kratzer noch drauf von damals, als es einmal beim Einparkieren einmal nicht ganz reichte.

So lagern zwischen 30 000 und 50 000 Schilder im Untergrund des Strassenverkehrsamtes. Nur jeder vierte Halter holt sein Schild wieder. Die restlichen werden nach einem Jahr per Computer ermittelt, aus dem Lager gezogen und recycelt – ein Riesenaufwand für Urs Müller und sein Team.

Wie genau die Reorganisation funktioniert, ist noch nicht bis ins Detail klar. Grundsätzlich soll ein Halter aber in Zukunft sagen, ob er sein Schild einlagern will oder nicht. Sagt er das nicht, wird sein Schild sofort recycelt. Will er es dann trotzdem wieder, bekommt er ein nigelnagelneues Schild.

Damit entfällt das aufwendige Einlagern. Das hat noch einen anderen Vorteil. So kommen möglichst schnell viele neue Nummernschilder in den Verkehr. Neue Schilder sind reflektierend, im Gegensatz zu den alten. Das erhöht die Sicherheit auf den Strassen.

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