600'000 Franken seien doch ein «Bombenlohn», sagte Jean-Pierre Gallati eingangs im «Talk Täglich» auf Tele M1 zum Thema AKB-Cheflohn.

Der SVP-Grossrat rechtfertigte im Streitgespräch mit FDP-Präsident Matthias Jauslin und Headhunterin Sabine Kohler den Lohndeckel für den nächsten Kantonalbank-CEO, den das Aargauer Parlament beschlossen hatte.

Jauslin befürchtet, «mit so einem tiefen Lohn, tief mit Anführungszeichen natürlich», benachteilige man die Aargauer Kantonalbank bei der Suche nach einem Top-CEO. Zur Erinnerung: Der heutige Bankenchef Rudolf Dellenbach verdient 930'000 Franken.

Der Grossrat kürzt das Einkommen von zukünftigen CEOs der Aargauer Kantonalbank um fast einen Drittel. «Gute Leute werden uns verlassen, das hat zur Folge, dass wir langfristig weniger sicher sein werden», sagt AKB-Bankratspräsident Dieter Egloff.

Der Grossrat kürzt das Einkommen von zukünftigen CEOs der Aargauer Kantonalbank um fast einen Drittel. «Gute Leute werden uns verlassen, das hat zur Folge, dass wir langfristig weniger sicher sein werden», sagt AKB-Bankratspräsident Dieter Egloff.

Auch Headhunterin Kohler betonte, der Lohndeckel nehme der AKB die Flexibilität bei der Rekrutierung eines neuen Chefs. Dem widersprach Gallati vehement und deutete an, wo ein geeigneter Nachfolger an der AKB-Spitze gefunden werden könnte – in den eigenen Reihen. Die AKB habe 90 Kaderleute. «Sie wollen mir doch nicht sagen, dass darunter keiner ist, der den Job nicht machen kann oder will», so der SVP-Politiker.

Er sei überzeugt, dass der Bankrat fähig genug sei, eine geeignete Person im eigenen Haus zu finden, er müsse nicht «nach Zürich fischen gehen», wo eine «Bonusbanker-Mentalität» herrsche.

Und das Lohngefüge in der zweiten Kaderebene?

Es gehe nicht nur um den Lohn des CEO, sagte Jauslin. Auch das Lohngefüge in der zweiten Kaderebene komme nach dem Lohndeckel-Entscheid unter Druck. Wenn man oben den Lohn kürze, müsse man ihn auch weiter unten anpassen, betonte Headhunterin Kohler. «Da wird sich der eine oder andere gute AKB-Mitarbeiter sicher überlegen, zu einer Privatbank zu wechseln, die besser zahlt.»

Moderator und az-Chefredaktor Christian Dorer wollte von Gallati wissen, warum ihm so wichtig sei, dass der AKB-Chef nicht mehr als 600'000 Franken verdienen dürfe.

Die AKB sei eine Staatsanstalt, die Steuerzahler seien quasi die Eigentümer, antwortete Gallati. Da müssten auch die obersten Löhne ins Gefüge des Staates passen. Gallati: «Wenn etwas bei der Kantonalbank in die Hosen geht, haften wir alle.»

Gallati, der persönlich für eine Privatisierung der Kantonalbank wäre, wurde von Christian Dorer mit der These konfrontiert, er wolle doch die Bank so lange drangsalieren, bis es keine andere Lösung mehr gebe als die Privatisierung. Das sei eine Unterstellung, verteidigte sich dieser. Auch er wolle eine starke AKB. (roc)

Sehen Sie hier die ganze Sendung:

Weniger Lohn: Findet die AKB einen neuen Chef?

Weniger Lohn: Findet die AKB einen neuen Chef?

Nun ist es klar: Der neue AKB-Chef wird nicht mehr als 600'000 Fr. pro Jahr verdienen. Das Aargauer Parlament bleibt hart und hat einen Kompromiss der Regierung abgelehnt. Bei der Bank ist man enttäuscht und fürchtet, so keinen fähigen Nachfolger für CEO Dellenbach zu finden.