Pandemie

Wie Corona die Aargauer Campingbetreiber traf – Umsatzeinbrüche trotz Dauermietern

Wohnwagen stehen da, aber die Besitzer fehlen. Auf dem Campingplatz in Bad Zurzach herrscht noch gähnende Leere.

Wohnwagen stehen da, aber die Besitzer fehlen. Auf dem Campingplatz in Bad Zurzach herrscht noch gähnende Leere.

Irgendwie gingen die Campingplätze immer ein bisschen vergessen in der ganzen Coronahektik. Das zeigte sich schon bei der Schliessung. Erst zwei Wochen nach dem Rest wurden Anfang April die Campingplätze geschlossen. So sei es ihnen auch bei der Eröffnung ergangen, vermuten viele der Betreiber. «Jugendherbergen, bei denen noch viel prekärere Platzverhältnisse herrschen, sind längst wieder offen – das lässt einen schon ein bisschen staunen», sagt zum Beispiel Roger Mösch, Besitzer des «Camping Frick» in Frick. Er und seine Berufskollegen müssen sich offiziell noch bis kommenden Samstag gedulden mit der Wiedereröffnung. 

Was viele nicht wissen: Eigentlich waren viele Campingplätze nur teilweise geschlossen. Gerade im Kanton Aargau leben viele Campingbetreiber von Dauermietern – und die waren von den Einschränkungen während der Coronakrise ausgenommen. Im «Camping Sulz», dem grössten Campingplatz im Kanton, sind mehr als zwei Drittel der Plätze auf Dauer vermietet.  Er ist der Platz mit den meisten Touristen-Plätzen (50 von 166). Diese blieben die letzten Wochen leer.  «Viele unserer älteren Dauergäste, die sonst immer gleich vor der Pforte stehen, wenn wir öffnen, kamen nicht. Zum Teil auch aus Angst, weil sie zur Risikogruppe gehören», sagt Hansjörg Kohler, Betreiber des Campings in Sulz. Er schätzt, dass sie etwa halb so viele Leute hatten wie normal.

Das Geschäft hat bei allen kontaktierten Campingplätzen gelitten. Denn natürlich mussten sie auch ihre Restaurants schliessen. Und jetzt laufen sie noch auf kleinerer Flamme. Bruno Carenzi, Ehrenpräsident des Vereins, der den «Camping Bad Zurzach» führt, sagt: «Wir haben in den letzten Wochen 45000 bis 50000 Franken weniger eingenommen.» Oder Mösch in Frick: «Wir büssen 20 Prozent unseres Jahresumsatzes ein, wenn jetzt alles normal läuft.» Existenzbedrohend ist die Situation für keinen der Betriebe. Zum Teil hat da auch die Möglichkeit der Kurzarbeit geholfen. Und jetzt haben sie Hoffnung. Am 6. Juni dürfen die Campingplätze wieder Touristen empfangen. Überall sind schon Anfragen eingegangen. Viele aus der Schweiz.

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