Halteplatz

Widerstand gegen Fahrende in Merenschwand

Fritz Beck (r.) überreichte im Juli 2013 die Petition gegen den Halteplatz.

Fritz Beck (r.) überreichte im Juli 2013 die Petition gegen den Halteplatz.

Gemäss kantonalem Richtplan und dem Konzept «Fahrende» soll der nächste offizielle Halteplatz für Fahrende in Merenschwand beim Kreisel Benzenschwil errichtet werden. Maximal 15 Wohn­wagen sollen dort von Fahrenden mit Wohnsitz in der Schweiz jeweils aufgestellt werden dürfen.

Das Land ist im Eigentum des Kantons. In einer Vernehmlassung 2013 sprachen sich die kantonale SP und FDP für den Halteplatz aus, SVP und CVP stellten sich dagegen. Widerstand kommt vor allem aus der Gemeinde selber. Das Komitee ProMerenschwand setzt sich seit 2013 gegen die Pläne des Kantons ein, über 1300 Personen aus der Region haben damals eine Petition unterschrieben. «Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel nutzen, um diesen Platz zu verhindern», sagt Fritz Beck vom Komitee auch jetzt. «Ich akzeptiere, dass Fahrende genügend Plätze bekommen. Aber jener in Benzenschwil ist dafür nicht geeignet.» Das Komitee befürchtet Konkurrenz für das lokale Gewerbe durch die Fahrenden, die jeweils, «teils aufdringlich», ihre Dienste anbieten. Zudem sei die Lage in Waldnähe nicht ideal. Werde der Platz genutzt, seien Umweltverschmutzung und Störung der Wildtiere wahrscheinlich. Derlei Erfahrungen hätten die Benzenschwiler in der Vergangenheit mit Fahrenden auf privaten Grundstücken gemacht.

«Auch wir verurteilen unanständiges oder gesetzeswidriges Verhalten, das auch bei Fahrenden vorkommt. Aber leider wird sehr stark verallgemeinert», sagt Daniel Huber, Präsident der Radgenossenschaft der Landstrasse, der Dachorganisation der Jenischen und Sinti. Die Organisation unterstützt auch die Roma in bestimmten Anliegen. Offizielle Durchgangsplätze seien gerade zur Vermeidung von Konflikten sinnvoll, denn um diese zu benützen, müssen sich die Leute zuerst anmelden. «Die Regeln sind klar, man bezahlt für die Nutzungsdauer und hat den Platz so zu hinterlassen, wie er angetroffen wurde», so Huber. Regelbrecher sollten zur Rechenschaft gezogen werden und Platzverbot bekommen. «Für uns sind diese Plätze Lebensraum, der uns zusteht. Wir sind auf sie angewiesen.» Alle Gruppen sollten diesen Lebensraum haben und ihre Traditionen leben können, «darum müssen sich aber auch alle korrekt verhalten».

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