Whatsapp-Chats zwischen Lehrern und Eltern gehören in Winterthur der Vergangenheit an. Die Zentralschulpflege hat den Schulen ein Verbot für die Verwendung der weltweit beliebten Kurznachrichtendienst-App auferlegt. Dies berichtete der «Landbote».

Elisabeth Abbassi, die Präsidentin des Aargauer Lehrerinnen- und Lehrerverbands findet, dass ein Whatsapp-Verbot auch an Aargauer Schulen Sinn machen würde. Gegenüber dem Regionalsender Tele M1 erklärt sie: «Das Problem bei Whatsapp ist, dass die App mit Facebook gekoppelt ist und so auf Daten aus dem Adressbuch des Smartphones zugegriffen werden kann.» Man habe somit keine Kontrolle über den Datenschutz.

Chat-Nachrichten in der Nacht und am Wochenende

Dieser Kontrollverlust war auch der Grund, warum man im Schulhaus Tannegg in Baden die Lehrerinnen und Lehrer angewiesen hat, bei der Kommunikation mit Eltern auf Whatsapp zu verzichten. Für Schulleiter Hans Jürg Grunder spielte der Datenschutz dabei allerdings weniger eine Rolle.

Im Gespräch mit Tele M1 erklärt er: «Verschiedene Lehrer haben mir berichtet, dass es in Chat-Groups mit Eltern zu teils heftigen Diskussionen gekommen ist, die auch nachts oder am Wochenende stattgefunden haben.» Diesen Zustand habe Grunder nicht akzeptieren wollen und darum die Weisung erlassen. 

Alternativ-App löst Problem noch nicht

Um dennoch Eltern via Smartphone informieren zu können, setzt die Badener Schule auf die alternative Klapp. Mit der App des Aargauer Startup-Unternehmens können Lehrer zwar den Eltern schreiben, nicht aber umgekehrt.

Laut Elias Schibli, einem Mitbegründer der App, soll auch der Datenschutz gewährleistet sein. Einerseits seien die Daten bei einem sicherheitszertifizierten Schweizer Unternehmen gespeichert. Andererseits hätten Eltern die Kontrolle darüber, ob sie ihre Kontaktinformationen gegenüber anderen sichtbar machen wollen. 

Trotz dem unsicheren Datenschutz spricht momentan immer noch viel für Whatsapp. Denn fast alle Eltern haben die App auf ihrem Smartphone installiert, nutzen sie rege und sind damit stets erreichbar. Auch Elisabeth Abbassi gesteht ein: «Wir haben verschiedene andere Apps getestet, sind uns aber nicht einig geworden. Das Problem an den Schulen ist bei uns eindeutig noch nicht gelöst.» (luk)

In der Sendung «Fokus» von Tele M1 nimmt Elisabeth Abbassi vertieft Stellung zum Thema. Die ganze Sendung können Sie hier nachschauen:

Whatsapp-Verbot in den Schulen

Whatsapp-Verbot in den Schulen