Die Experten sind sich nicht einig: Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz spricht sich klar gegen die Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Schülern mittels des Instant-Messaging-Dienstes WhatsApp aus. Auch die Datenschutzbeauftragte des Kantons Aargau ist aus datenschutzrechtlicher Sicht gegen eine Nutzung von WhatsApp an den Schulen.

Demgegenüber gibt es aber auch Stimmen, die sich für einen pragmatischen Umgang mit WhatsApp an den Schulen aussprechen. So rät etwa die Beratungsstelle «Digitale Medien» der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, die Schulen sollten selber entscheiden, ob und welche Messenger sie an ihrer Schule verwenden wollen.

Merkblatt in Vorbereitung

Grossrat Daniel Hölzle (Grüne) möchte nun vom Regierungsrat wissen, was an der Aargauer Schule im Umgang mit WhatsApp gilt, was erlaubt und was verboten ist. In der Antwort auf Hölzles Interpellation erklärt der Regierungsrat, dass er der Ansicht ist, dass an den Schulen im Kanton Aargau eine Kommunikation via Whatsapp oder andere Messenger-Dienste weiterhin möglich sein soll. Allerdings müssen die Nutzungsbedingungen eingehalten werden und die Lehrpersonen oder die Schule dürfen hinsichtlich der Nutzung keinen Druck auf die Schülerinnen und Schüler oder die Eltern ausüben. Zudem sei zu beachten, dass für die Nutzung eines Messenger-Dienstes die Einwilligung der Eltern von minderjährigen Schülerinnen und Schülern zwingend notwendig ist. Sofern sich die Lehrpersonen an die Anweisungen ihrer Anstellungsbehörde halten, haben sie keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, wenn sie in ihrer Klasse auf freiwilliger Basis WhatsApp einsetzen.

Die Regierung gibt keine Empfehlung zur digitalen Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Schülern ab. Vielmehr sollen die Schulen selber entscheiden, ob und welchen Messenger sie nutzen wollen.

Das Bildungsdepartement hingegen wird zuhanden der Schulen ein Merkblatt mit Tipps und Empfehlungen im Umgang mit WhatsApp erarbeiten.