Rothrist

Wernli AG baut 25 Stellen ab – weil Bilaterale für Medizinprodukte bald nicht mehr gelten

Die Wernli AG baut in Rothrist 25 Stellen ab und verlegt einen Teil der Produktion nach Ungarn.

Die Wernli AG baut in Rothrist 25 Stellen ab und verlegt einen Teil der Produktion nach Ungarn.

Ab nächstem Mai haben die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU für Medizinproduktehersteller keine Gültigkeit mehr. Das bekommt die Wernli AG in Rothrist stark zu spüren.

Für Schweizer Medizinproduktehersteller gelten ab 26. Mai 2020 die bilateralen Verträge nicht mehr. Die Konsequenz ist für die Rothrister Medizinprodukteherstellerin Wernli AG gross. Sie muss laut einer Medienmitteilung einen bedeutenden Anteil der Produktion in die Europäische Union verlagern.

So kommt es am Standort Rothrist zu einem Abbau von rund 25 Arbeitsplätzen. Das bilaterale Vertragswerk «mutual Rekognition Agreement (MRA)» zwischen der Schweiz und der EU wird nicht mehr nachgeführt, solange das institutionelle Rahmenabkommen nicht unterzeichnet ist.

Weil nun aber in der Europäischen Union am 26. Mai 2020 eine neue Regulierung für Medizinprodukte in Kraft trete, könnten die Schweizer Hersteller von Medizinprodukten ihre Kunden in der Europäischen Union nicht mehr direkt beliefern, schreibt die Wernli AG.

Nun muss die Firma alle europäischen Kundenbeziehungen einer Schwestergesellschaft in Ungarn übertragen. Damit verknüpft sind auch die Verpackungsarbeiten. Aufgrund dieser Ausgangslage mache es kaum mehr Sinn, in der Schweiz zu produzieren.

Daher sieht sich die Wernli AG «mit grösstem Bedauern und schweren Herzens» gezwungen, einen bedeutenden Teil ihrer Produktion nach Ungarn zu verlagern. Als Konsequenz werden in der Schweiz knapp die Hälfte der Arbeitsplätze reduziert. (pd/jow)

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