SP-Parteitag
Wermuth: «Wir sind wild entschlossen, den Trend zu ändern»

Nach dem Sitzverlust im Nationalrat wollen die Sozialdemokraten bei den Grossratswahlen zulegen. Die Aargauer Genossen zeigten sich an ihrem Parteitag am Dienstagabend .

Fabian Hägler
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Cédric Wermuth ist entschlossen, den Negativtrend seiner Partei zu ändern.

Cédric Wermuth ist entschlossen, den Negativtrend seiner Partei zu ändern.

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«Oft folgt der Trend bei kantonalen Wahlen dem auf nationaler Ebene, doch wir sind wild entschlossen, dies zu ändern.» Das sagte Cédric Wermuth, SP-Nationalrat und Co-Präsident der Aargauer Genossen, am Parteitag der Sozialdemokraten mit Blick auf die Grossratswahlen vom kommenden Herbst. Und eine Trendwende braucht es, denn die SP hat mit der Abwahl von Max Chopard einen Sitz im Nationalrat verloren. «Es gibt im Aargau ein ansehnliches Wählerpotenzial für Links-Grün», erklärte Wermuth auf Nachfrage, «nur schaffen wir es bisher zu wenig gut, diese Wählerschaft zu mobilisieren.»

Wenn das Kantonsparlament am 23. Oktober neu besetzt wird, soll dies anders werden. Wermuth kündigt an, die erfolgreichen Telefon-Kampagnen mit Anrufen bei potenziellen Wählern würden fortgeführt. «Zudem brauchen wir regional gut verankerte Kandidierende, die auch ihr persönliches Umfeld und Netzwerk aktivieren.» Für eine erfolgreiche Kampagne braucht es auch finanzielle Mittel - der Parteitag genehmigte ein Wahlkampfbudget von 304 000 Franken. Dafür werden einerseits Rückstellungen aufgelöst, andererseits wird der Mitgliederbeitrag um zehn Prozent erhöht.

Schon acht Monate vor den Wahlen, am 28. Februar, steht mit dem ersten Abstimmungstermin des Jahres ein politischer Grosskampftag an. Die SP Aargau sagt dreimal Nein (Durchsetzungsinitiative, Aufhebung der Heiratsstrafe, zweite Gotthardröhre) und zweimal Ja (Verbot der Lebensmittel-Spekulation, Aufhebung des Tanzverbots) zu den Vorlagen, die an die Urne kommen. «Ein antidemokratisches Monster, das Parlament, Bundesgericht und Gewaltentrennung attackiert» - so bezeichnete Wermuth die Durchsetzungsinitiative der SVP. «Eine rückständige Initiative, die eine überholte Definition der Ehe in die Verfassung schreibt» - so kritisierte Nationalrätin Yvonne Feri das CVP-Volksbegehren gegen die Heiratsstrafe.

«Eine verfassungswidrige Vorlage, ein Etikettenschwindel, der Errungenschaften von Alpenschutz und Verkehrsverlagerung zunichte macht» - so warnte Jon Pult, Präsident des Vereins Alpeninitiative, vor der zweiten Gotthardröhre. «Mit Essen spielt man nicht, schon gar nicht mit dem von anderen» - das sagte Juso-Mitglied Sandro Covo zur Spekulationsstopp-Initiative seiner Partei. «Helft uns, den alten Zopf endlich abzuschneiden, dass an hohen Feiertagen die Lokale früher schliessen müssen» - so warb Parteisekretär für ein Ende des Tanzverbots im Aargau.

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