Aargauer Schulen
Werden Kinder im Heimatkundeunterricht indoktriniert? Das sagt die Aargauer Regierung

Werden türkischstämmige Schüler im Aargau in ihrem Heimatkundeunterricht politisch beeinflusst? Die SVP-Grossrätin Michaela Huser hat Anfang März zu den Inhalten der Kurse eine Interpellation eingereicht – die Regierung kann zu diesen jedoch nicht viel sagen.

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Die Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur gibt es im Aargau seit den Sechzigerjahren – die Schüler lernen dabei mehr über die Kultur ihrer Eltern, Traditionen, Geschichte und Geografie. (Symbolbild)

Die Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur gibt es im Aargau seit den Sechzigerjahren – die Schüler lernen dabei mehr über die Kultur ihrer Eltern, Traditionen, Geschichte und Geografie. (Symbolbild)

KEYSTONE/EPA/SEDAT SUNA

Ein Kriegstheater, aufgeführt von türkischstämmigen Schülern im Kanton Thurgau, sorgte für Aufregung. Sie spielten die Schlacht von Gallipoli nach, schossen mit Spielzeuggewehren aufeinander und bedeckten Gefallene mit der türkischen Flagge. Das Theater ist im Rahmen des Unterrichts in heimatlicher Sprache und Kultur entstanden.

Auch im Aargau werden solche Kurse für mehrsprachige Schülerinnen und Schüler angeboten, damit sie die Kompetenzen in ihrer Muttersprache festigen und erweitern können. Im Moment gibt es Kurse für 18 Sprachen.

Es könnten auch mehr sein. «Weder die Anbieter noch die Schulen, welche Schulräume zur Verfügung stellen, sind verpflichtet, dies dem Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) zu melden, heisst es in der Antwort der Regierung auf eine Interpellation. SVP-Grossrätin Michaela Huser hatte den Vorstoss eingereicht, weil türkische Bekannte Bedenken hatten, ihre Kinder in den Kurs zu schicken. Sie befürchteten eine politische Beeinflussung.

Anbieter bestimmen die Inhalte

Zu den Inhalten der Kurse kann die Regierung nichts sagen: «Die Verantwortung in inhaltlicher, didaktischer und methodischer Hinsicht liegt ausschliesslich bei der Trägerschaft», heisst es in der Antwort. Die Kurse würden von Botschaften oder Elternvereinigungen angeboten und finanziert.

Eine Anfrage der AZ bei der türkischen Botschaft zu den Inhalten der Kurse ist seit zwei Wochen offen. Bei Hinweisen auf Indoktrinierung in den Kursen bestehe die Möglichkeit, den Schulen nahezulegen, der Trägerschaft keine Räume mehr zur Verfügung zu stellen, heisst es in der Antwort weiter. Zudem könnten sich Eltern und Lehrer bei Verdacht auf Radikalisierung an die neue Anlaufstelle Radikalisierung wenden. (NLA)

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