Ihnen würde so etwas nie passieren, liebe Leserinnen und Leser, weil Sie nicht so dämlich sind. Mir schon: Es kommt vor, dass ich einen Anruf entgegennehme, obwohl die gänzlich unbekannte Nummer auf dem Display erahnen lässt, dass ich gleich mit so einem nervigen Callcenter verbunden sein werde. Und dass ich dann in einer fatalen Mischung aus grenzenloser Naivität und Harmoniesucht mit einer Floskel wie «von mir aus» einen höflichen Ausstieg suche, statt einfach aufzulegen.

Im Briefkasten finde ich ein paar Tage später dann nicht wie befürchtet (und so abgemacht, ich schwörs) bloss den mich keine Bohne interessierenden Katalog mit den unübertrefflichen Produkten, für die die aufdringliche Stimme geworben hat. Nein, es ist ein Paket mit der ersten Lieferung des Abos für – zum Beispiel – famose Thermosocken, auf die ich, Glückwunsch, keinesfalls mehr verzichten will.

Zusammen mit einem Einzahlungsschein, versteht sich. Wirklich schlimm ist das nicht. Aber um ganz sicherzustellen, dass mich die Rattenfänger am Ende nicht noch erfolgreich auf die Bezahlung einer unnützen Textilie betreiben, nehme ich Depp auch noch den Aufwand von Zeit und Porto auf mich und schicke den Krempel zurück. Mit einem geharnischten Brief, mich gefälligst nicht mehr zu behelligen, versteht sich.

Warum ich das erzähle, wo Ihnen so etwas ja nie passieren würde? Es kann Sie als Steuerzahler interessieren. Eine windige Firma versucht nämlich, Gemeindeverwaltungen mit einer noch skrupelloseren Masche abzuzocken. Sie verschickt noch nicht einmal ungebeten Ware, sondern stellt nie bestelltes, geschweige denn ausgeliefertes Büromaterial einfach so in Rechnung, namentlich Druckerpatronen.

Nun werden die wenigsten Kanzleien darauf hereinfallen, wie auch jene von Kallern nicht. Was erschreckt: Die Frau Ammann und die Gemeindeschreiberin von Kallern verbinden ihre Warnung vor den Gaunern mit der Befürchtung, von grösseren Verwaltungen könnten solche Rechnungen tatsächlich einmal unkontrolliert bezahlt werden, da sie auf den ersten Blick ja noch plausibel erschienen.

Seien Sie als Steuerzahler also auf der Hut. Spätestens, wenn an der Budget-Gemeindeversammlung von einem sagenhaften Legat von 30 Millionen eines afrikanischen Potentaten die Rede ist, für dessen Überweisung man bloss ein paar Tausender Umtriebsentschädigung vorzuschiessen hat, sollten Sie intervenieren. Ihr Gemeinderat wird zwar kaum so dumm sein und sich von plumpen Betrügern narren lassen, aber sicher ist sicher.