Am 20. Oktober 2019 wählt das Schweizer Stimmvolk seine National- und Ständeräte für die nächsten vier Jahre. Um sich einen Überblick über die politische Positionierung unserer Parlamentarier zu verschaffen, hat die NZZ auch dieses Jahr wieder ihr grosses Parlamentarier-Rating veröffentlicht. Dieses zeigt nicht nur, wie weit links oder rechts die Amtsträger im politischen Spektrum stehen, sondern auch wie sich ihre Positionierung gegenüber dem Vorjahr verändert haben. 

Auch bei den 16 Nationalrätinnen und Nationalräten aus dem Kanton Aargau zeigt das aktuelle Rating teils markante Veränderungen auf (vgl. Grafik unten). Am radikalsten verändert hat sich die politische Position von SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Stand er 2017 noch auf einem Wert von +7, – wobei das Spektrum des Ratings von –10 (links) bis +10 (rechts) reicht – hat der 65-Jährige dieses Jahr um satte 1.8 Punkte zugelegt. 

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Rechtsrutsch bei den Aargauer Rechten

Überhaupt sind alle sieben Aargauer SVP-Ratsmitglieder im vergangenen Jahr weiter nach rechts gerutscht – und dies nicht eben moderat. So haben etwa Thomas Burgherr (neu +8.8) und Maximilian Reimann (neu +9.1) um je 0.9 Punkte zugelegt. Hansjörg Knecht kommt mit einem Plus von 1.2 Punkten auf einen neuen Wert von 8.7 und Sylvia Flückiger-Bäni rückte mit 1.3 Pluspunkten (neu +8.8) weiter nach rechts.

Auch SVP-Hardliner Luzi Stamm legte bei seiner politischen Position um 1.0 Punkte zu und reizt mit dem Höchstwert 10 den rechten Rand der Skala aus. Einen gleich hohen Wert hat dieses Jahr nur Toni Brunner (SVP/SG), der vor wenigen Wochen nach 23 Jahren im Nationalrat seinen Rücktritt per Ende Jahr bekanntgegeben hat.

Auch FDP rückt weiter nach rechts

Während sich die politische Position bei den Aargauer SP-, CVP-, GLP- und BDP-Ratsmitgliedern nur geringfügig verändert hat, zeichnet sich auch bei den Nationalratsvertretern der FDP ein Rechtsrutsch ab. Corina Eichenberger-Walther (neu 2.0) und Matthias Jauslin (neu 2.1) legten um je 0.7 Punkte zu. Der jüngst nominierte Ständeratskandidat Thierry Burkart rutschte um 0.9 Punkte weiter nach rechts und kommt neu auf einen Wert von 3.3.

Grünen-Nationalrätin Irène Kälin rangiert 2018 mit einem Wert von -9.3 am linken Rand des Spektrums. Sie hat als einziges Aargauer Ratsmitglied keinen Vergleichswert aus dem Vorjahr, da sie erst Ende November 2017 für den zurückgetretenen Jonas Fricker in den Nationalrat gewählt wurde.