Aargau

Wer psychisch krank ist, wird nun nicht gleich in die Psychiatrie gesteckt

Die Psychiatrischen Dienste Aargau organisieren ihr Notfallangebot neu. Das Kriseninterventions- und Triagezentrum (kitz) ist für Patienten und Zuweiser künftig rund um die Uhr in Betrieb. Ziel ist, die Zahl der stationären Patienten zu reduzieren.

Die zentrale Notfallstation für psychisch kranke Menschen schliesse eine Versorgungslücke im Aargau, teilten die PDAG am Mittwoch mit. Das Triagezentrum schaffe die Möglichkeit, die Patienten der passenden Behandlung zuzuweisen.

Das bedeute, dass ein Patient nicht zwingend zuerst stationär aufgenommen werden müsse. Er erhalte je nach Bedürfnis eine ambulante Behandlung oder werde dem Kriseninterventionszentrum zugewiesen.

Dieses Zentrum ist für Patienten, die sich in einer Krisensituation befinden und eine kurze Auszeit brauchen, anstelle einer langen psychiatrischen Behandlung. Kriseninterventionen sind zeitlich begrenzt und dauern normalerweise drei bis maximal zehn Tage.

Weniger stationäre Patienten

Die Triagestelle ist bereits seit Sommer 2010 in Betrieb, allerdings mit beschränkten Servicezeiten. Seither ging die Zahl der stationären Aufnahmen in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden deutlich zurück.

Bei vielen der abgeklärten Patienten auf der Triagestelle habe eine stationäre Aufnahme umgangen werden können. Die Patienten seien einer ambulanten Behandlung zugewiesen worden. Auf diese Weise seien bis zu zwei Akutstationen eingespart worden, wird Chefarzt Urs Hepp in der Medienmitteilung zitiert.

Die Räumlichkeiten des Kriseninterventions- und Triagezentrums befinden sich im neu erstellten Provisorium auf dem Areal Königsfelden.

Zu den Psychiatrischen Diensten Aargau gehören unter anderem die Psychiatrische Klinik Königsfelden, mehrere Tageskliniken sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst. Die PDAG beschäftigt rund 1000 Personen in über 40 Berufen und ist eine Aktiengesellschaft im Eigentum des Kantons Aargau.

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