Die Saatkrähen begannen sich erst ab den frühen 2000er-Jahren im Aargau zu verbreiten. Die ersten Vögel brüteten in der Region Zofingen, im letzten Jahr wurden im ganzen Kanton 25 Brutkolonien gezählt.

Am stärksten verbreitet ist die Krähenart eben in Zofingen sowie in den Gegenden um Rheinfelden, Muri und Aarau. Der genaue Saatkrähenbestand ist nicht bekannt. Die Population der Vögel breite sich ziemlich rasant aus, eine gezielte Bestandesreduktion sei aber derzeit nicht notwendig, erklärt Erwin Osterwalder von der Sektion Jagd und Fischerei der kantonalen Verwaltung. Wenn von ernsthaften Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen die Rede ist, geht es meistens um die Rabenkrähe.

Im Siedlungsgebiet, wo die Saatkrähe gerne in Parks auf hohen Bäumen wie Platanen, Ulmen oder Pappeln brütet, ist sie dennoch nicht bei allen beliebt. Saatkrähen krächzen sehr laut, lassen Nüsse auf Autos fallen und verschmutzen mit ihrem Kot Wege, Sitzbänke und parkierte Fahrzeuge.

Lokal könne das schon zu einem echten Problem werden, räumt Osterwalder ein. Darum macht der Kanton nun darauf aufmerksam, dass jetzt handeln muss, wer sich die Saatkrähen vom Leib halten will. Ein probates Mittel ist das Zurückschneiden von Bäumen, auf denen die Saatkrähen Anfang März zu brüten beginnen.

Das muss aber vor dem 16. Februar geschehen, denn ab dann bis zum 31. Juli herrscht Schonzeit für Saatkrähen. Danach dürfen sie auch wieder bejagt werden.

Er habe aber auch schon intervenieren müssen, weil Bäume in der bereits angelaufenen Brutzeit beschnitten und Nester zerstört wurden, so Osterwalder.

In so einem Fall setzt es eine Busse ab, so wollen es das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel und die Verordnung über den Natur- und Heimatschutz. Darum mache man jetzt auf den Beginn der Schonzeit aufmerksam, damit Grundeigentümer, die das wollen, noch etwas unternehmen können ohne sich dabei strafbar zu machen.

Meldungen zu neuen Brutkolonien oder Fragen im Umgang mit Saatkrähen nimmt die kantonale Sektion Jagd und Fischerei entgegen – Telefon: 062 835 28 50, E-Mail: jagd_fischerei@ag.ch