Das Feuerungsverbot in Wäldern und an Waldrändern bleibt bestehen: Dies teilte am Dienstag die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz des Kantons mit. Der Entscheid wurde am Montag nach einer einstündigen Sitzung gefällt.

Die Waldbrandgefahr bleibt hoch, die Böden sind ausgetrocknet. Heute Mittwoch und morgen Donnerstag werden zwar Niederschläge erwartet. «Diese werden voraussichtlich zu keiner nachhaltigen Entspannung führen», heisst es aber in der Mitteilung des Kantons. Die Wahrscheinlichkeit für starke Regenfälle ist klein.

Die Abkühlung naht: Wetterprognosen vom Montag, 20. Juli 2015.

Zumindest eine Abkühlung ist in Sicht: Die Wetterprognosen für die Region vom Montagabend, 20. Juli 2015.

Ausweitung des Verbots wahrscheinlich

An ihrer nächsten Sitzung vom kommenden Montag werden die Vertreter der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV), der Abteilung Wald des Kantons sowie des Kantonalen Führungsstabs (KFS) eine nächste Lagebeurteilung vornehmen.

Es wird immer wahrscheinlicher, dass das Feuerungsverbot dann auch auf Gebiete ausserhalb der Wälder ausgeweitet wird. Auch ein Feuerwerksverbot steht dann zur Debatte. So heisst es in der Medienmitteilung des Kantons: «Sollte die Trockenheit weiter anhalten und die erforderlichen Niederschläge ausbleiben, ist mit dem Erlass eines generellen Verbots für das Feuern im Freien inklusive dem Abbrennen von Feuerwerk zu rechnen.» Konkret hiesse das: Keine Raketen am 1. August!

Wasser gelangte nicht bis zum Boden

Ein Feuerwerksverbot wird dann unwahrscheinlich, wenn es noch zu flächendeckenden Regenfällen mit mindestens 30 bis 60 Millimetern Niederschlag pro Quadratmeter kommen sollte. Diese Menge erreichten die kurzen Regenfälle am vergangenen Wochenende nicht. «Im Wald gelangte das Wasser kaum bis zum Boden, sondern wurde mehrheitlich von den Baumkronen aufgefangen», sagt Michel Hassler vom Kantonalen Führungsstab.

Laut Marcel Murri von der Abteilung Wald sind zwar nicht alle Wälder gleich stark waldbrandgefährdet. «Aber auch dort wo die Situation weniger dramatisch ist, ist das Feuerungsverbot gerechtfertigt», so Murri. Auch niedrigere Temperaturen könnten die Situation etwas entschärfen. Doch zurzeit werden in keiner Prognose Temperaturen von unter 25 Grad Celsius erwartet.

Bisher keine Feuersünder 

Das bisher geltende Feuerungsverbot in Wäldern und an Waldrändern wird mehrheitlich befolgt. Die Kantonspolizei Aargau erhielt bisher ein halbes Dutzend Meldungen. Bisher wurden aber noch keine «Feuersünder» verzeigt: Es blieb bei Ermahnungen, weil die Feuer bei Eintreffen der Polizei bereits gelöscht waren. «In dieser besonderen Situation gehen wir mit Augenmass vor», sagt Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Wenn allerdings ein Grillfeuer zu einem Brand führt, werde eine Verzeigung unumgänglich, so Graser.