Horror

Wenn Vögel zupicken: Im Aargau dieses Jahr noch niemand verletzt

Ein Schild warnt in Deutschland vor Krähen

Ein Schild warnt in Deutschland vor Krähen

Nachdem im Thurgau ein Jogger von einem Mäusebussard angegriffen und am Kopf verletzt wurde, fürchten sich einige Leute vor Attacken. Wie gefährlich sind die Vögel und sind im Aargau gar Menschen oder Haustiere in Gefahr?

Szenen wie aus Alfred Hitchcocks Horrorfilm «Die Vögel»: Diesen Mai fanden sich in den Medien Berichte von Menschen, die von Greifvögeln angegriffen wurden. In einem Fall, von dem die «20 Minuten» berichtete, wurde ein Jogger von einem Mäusebussard so heftig attackiert, dass er im Nacken Schrammen davontrug und blutverschmiert fliehen musste. Bereits im Mai 2009 sorgte in Bern ein Fall für Aufsehen, bei dem Passanten von aggressiven Krähen angegriffen und in den Kopf gepickt wurden, auch hier mussten die Betroffenen fliehen.

Trailer zu Alfred Hitchcocks «Die Vögel»

Auffallend ist, dass sich diese Fälle Ende Mai immer zu häufen scheinen. Michael Schaad von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach erklärt: «Der Grund für die Attacken sind übervorsichtige Vogeleltern, die ihre Jungen beschützen, die von Mai bis Juni Flügge werden», der Vogelwarte werden pro Jahr zirka sechs Fälle zugespielt bei denen Menschen im Zusammenhang mit Greifvogel-Attacken um Rat suchen, wobei der Grossteil der Vorfälle wohl nie gemeldet werden. Meist sind es Mäusebussarde - in der Schweiz gibt es 50'000 Tiere - die ihre Jungen derart offensiv verteidigen.

Fast nur Jogger werden angegriffen

Interessant ist auch die Beobachtung, dass nur rennende oder joggende Menschen von den Raubvögeln angegriffen werden. Läuft ein Mensch normal am Waldrand entlang, wird er nicht als Bedrohung eingestuft. Auch im Aargau gibt es viele Mäusebussarde, verletzt wurde dieses Jahr aber noch niemand: «Wir führen keine Statistik über die Fälle, die uns gemeldet werden. In diesem Jahr ist uns aber kein Vorfall aus dem Aargau bekannt.», sagt Schaad.

Haustiere weitgehend ungefährdet

Eine Bussard-Attacke lässt sich mit vorsichtigem Verhalten und Rücksicht auf den Beschützerinstinkt der Vögel vermeiden, aber was ist mit den Hunden und Katzen, könnten diese Opfer einer wütenden Vogel-Mama werden? Die Vogelwarte verneint. Zwar würde auch ein Hund oder eine Katze angegriffen, wenn er oder sie sich zu nahe an die Vogelkinder wagt, dass ein Tier verletzt oder weggetragen wurde sei nicht bekannt und höchst unwarscheinlich.

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