Wahlen 2015
Wenn Philipp Müller will, wird er Ständeratskandidat für die FDP

Wer vertritt den Aargau ab 2015 im Ständerat? In der FDP könnte sich noch im April entscheiden, wer 2015 Christine Egerszegis Sitz verteidigen soll.

Mathias Küng
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Will Philipp Müller für den Aargau in den Ständerat?

Will Philipp Müller für den Aargau in den Ständerat?

zvg

Wer vertritt den Aargau ab 2015 im Ständerat? «Gesetzt» ist Pascale Bruderer (36), die seit ihrer Wahl 2011 unverändert hohe Popularität geniesst. Sehr umkämpft sein wird der Sitz von Christine Egerszegi (FDP).

Egerszegi tritt nicht mehr an. Die SVP-Findungskommission hat bereits den Nationalrat und Unternehmer Hansjörg Knecht (54) vorgeschlagen.

Gespräche im April

Was macht jetzt die FDP? Laut Präsident Matthias Jauslin finden im April weitere Gespräche mit drei möglichen Kandidierenden statt.

Die FDP sei zeitlich überhaupt nicht unter Druck und prüfe alle Optionen sorgfältig, sagt Jauslin.

Trotzdem rechnet er damit, dass wichtige Entscheide bis Ende Monat fallen. Darüber, mit wem die Gespräche stattfinden, hüllt er sich in eisernes Schweigen.

Er sagt nur so viel: «Ich bin überzeugt, dass wir diesen Sitz mit einer sehr guten Kandidatur verteidigen werden.»

Allerdings ist klar, wer die FDP-Politiker mit den besten Aussichten sind: Nationalrat und FDP-Schweiz-Präsident und Unternehmer Philipp Müller (61), die Nationalrätin und Sicherheitspolitikerin Corina Eichenberger (59) sowie der Grossratspräsident und vorherige kantonale Parteipräsident Thierry Burkart (38).

Auf Anfrage der az gibt Müller zu den Ständeratswahlen keinen Kommentar ab. Es ist aber kein Geheimnis, dass er der Wunschkandidat der FDP ist. Von seinem Entscheid hängt ab, ob sie mit ihm oder mit einer anderen Kandidatur ins Rennen steigt.

Burkart/Eichenberger für Müller

Für Thierry Burkart ist klar: «Philipp Müller steht für mich als politisches Schwergewicht im Vordergrund. Müller als Ständerat wäre gut für den Aargau.» Sollte Müller sich aber gegen eine Kandidatur entscheiden, würde Burkart «die Situation analysieren, da ich von vielen Leuten ermuntert werde».

Gleich wie Burkart agiert Corina Eichenberger. Sie sei überzeugt, sagt sie, «dass Philipp Müller den Aargau als Ständerat sehr gut vertreten würde». Sollte er aber nicht antreten, würde sie sich «eine Kandidatur überlegen» und verweist dazu auf acht Jahre Erfahrung im Nationalrat.

Ohne Müller ein Zweikampf

Falls Müller nicht antreten sollte, zeichnet sich also eine Ausmarchung zwischen Eichenberger und Burkart um die Verteidigung des Ständeratssitzes ab. Dies gewiss auch, weil dann kein Nationalratssitz frei würde.

Falls Eichenberger für den Ständerat nominiert würde, die Wahl aber verpassen sollte, dürfte Burkart nämlich den Sprung nach Bern verpassen, weil Eichenberger als Ständeratskandidatin auch auf der Nationalratsliste punkten dürfte.

Umgekehrt droht ihr, dass Burkart sie auf der Nationalratsliste überholt, falls er für den Ständerat nominiert werden und diese Hürde nicht nehmen sollte.