Grüngutentsorgung
Wenn es ums Grünzeug geht, gehen die Meinungen auseinander

Bei der Grüngutentsorgung gibt es keine einheitliche Regelung im Kanton Aargau. Gemeinden können nach Lust, Laune und Finanzlage entscheiden, welche Regelung sie favorisieren. Manche verlangen Geld, andere bieten kostenlose Entsorgung an.

Peter Rombach
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Wenn um Grüngut diskutiert wird, sind viele Kommunalpolitiker nicht grün. Da entsteht oft leidenschaftliches Ringen um den richtigen Weg. Wohlen lieferte an der jüngsten Sitzung des Einwohnerrats den Beweis, dass nach jahrelangen Diskussionen und Reibereien mit einer Pauschale von 80 Franken pro Haushalt eine Lösung gefunden werden könnte. Künftig soll der Service also nicht mehr kostenlos sein, denn derzeit kostet die Grüngutentsorgung den Steuerzahler jährlich rund 627000 Franken.

Eine andere Variante liefert Kaiseraugst, wo die Einwohnergemeinde bislang jährlich 220000 Franken zuschiesst. Folglich wollte der Gemeinderat auch auf die Sparbremse treten und Gebühren einführen. Doch der Souverän zeigte ihm die kalte Schulter und beschloss mit sattem Mehr, auch künftig für die Grüngutentsorgung nichts zu verlangen.

Im Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) ist die Problematik mit unterschiedlichsten Regelungen bekannt. Im Gegensatz zum Schwarzkehricht wird kein Entsorgungszwang ausgeübt. Das bestätigt Andreas Burger, Fachspezialist Abfallwirtschaft. Es sei schwierig, das Verursacherprinzip anzuwenden und eine einheitliche Marschrichtung vorzuschreiben. «Je nach Tonnengrösse empfehlen wir eine Jahresgebühr von 120 oder 240 Franken, was als Kompromiss-Vorschlag betrachtet werden darf.»

Im Departement gibt es eine Liste mit Gemeinden, die zeigt, wie die Grüngutentsorgung geregelt ist. Stattlich ist die Reihe jener, die «keine verursachergerechte Gebühren bei der Grüngutentsorgung» erheben. Zu ihnen gehören Orte wie Bremgarten, Brugg, Schinznach-Bad, Lenzburg oder Villmergen.

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