Aargauer Zeitung

Wenn alte Druckmaschine ausfällt, gibt es keine Ausweichmöglichkeit

Bereits zum dritten Mal in kurzer Zeit gab es in der Druckerei der AZ Medien eine Panne (Symbolbild).

Bereits zum dritten Mal in kurzer Zeit gab es in der Druckerei der AZ Medien eine Panne (Symbolbild).

Weil bei der Aargauer Zeitung bis in den August wegen Umbauarbeiten nur eine Druckmaschine einsatzfähig ist, kann eine Panne schlimme Folgen haben. In den letzten Wochen kam es gleich dreimal dazu. Das ist dabei geschehen.

Es ist ärgerlich: Bereits zum dritten Mal in kurzer Zeit gab es in der Druckerei der AZ Medien eine Panne. Als Folge davon bekamen die Brugger und Fricktaler Abonnenten am Samstag nicht ihre gewohnte Regionalausgabe. Stattdessen lasen sie Geschichten aus der Region Baden oder Aarau. Die Regionalausgabe Freiamt war ebenfalls von den Druckpannen betroffen.

Gedruckt wird die Aargauer Zeitung in Aarau. Im gleichen Gebäude also, wo auch die az-Redaktion arbeitet. Zwei Druckmaschinen stehen dort. Die ältere Druckmaschine vom Typ OF790 wird zurzeit abgebaut. Das gibt Platz für die neue Druckmaschine, die Anfang Mai in Aarau eintrifft. Gefertigt wird sie in Würzburg, gekostet hat sie 20 Millionen Franken. Christian Stuker, der externe Projektleiter, der für den Abbau der alten und den Aufbau der neuen Maschine zuständig ist, sagt: «Die Maschine wird schneller und in besserer Qualität drucken können.» Drucken wird sie aber erst ab Ende September.

Und das ist genau das Problem: In Aarau ist bis August nur eine Druckmaschine einsatzbereit. Tut irgendein elektronisches Teilchen dieser riesigen Maschine nicht so, wie es sollte, bedeutete das eine zeitliche Verzögerung. Das führt dazu, dass nicht alle az-Regionalausgaben gedruckt werden können. Eine Ausweichmöglichkeit besteht nicht.

Zur Gewohnheit werden solche Pannen nicht, versichert Christian Stuker. Er spricht von einer Verkettung unglücklicher Umstände. Trotzdem bedauert er die Pannen sehr.

Und das ist passiert

Bei der ersten Panne vom 7. Februar war die Ursache ein mechanisches Problem. Es gab Probleme beim Falzen der Zeitung. Das hatte allerdings nichts mit dem Abbau der alten Maschine zu tun.

Die zweite Panne vom 22. Februar hat mit der Umrüstung auf die neue Maschine zu tun. Die zwei Druckmaschinen stehen hintereinander, beide sind an den gleichen Stromkreislauf angeschlossen und stehen seit Jahren stets unter Spannung. Als Mechaniker die alte Druckmaschine abhängten, wurden aus Sicherheitsgründen beide Maschinen vom Stromkreislauf abgekoppelt.

Die Maschinen, die jahrelang immer warm waren, erkaltete nun plötzlich. Schon beim Testdruck am Nachmittag zeigte sich, dass das Abstellen nicht allen Komponenten gut bekommen ist. Die defekten Komponenten wurden ersetzt. Als die Aargauer Zeitung gedruckt wurde, versagten nochmals einige Komponenten, was dann zur Druckpanne führte. Christian Stuker sagt: «Wenn die neue Maschine angehängt wird, werden nochmals beide Maschinen vom Strom genommen.» Es bestehe ein Risiko, dass es nochmals zu einer Druckpanne kommen wird.

Bei der jüngsten Panne vom 1. März war das Problem eine defekte Fotozelle. Das ist ein Sicherheitselement der Maschine. Und ebendieses Element hatte in der Nacht auf Samstag eine Störung und stoppte die Druckmaschine mehrmals.

Bei allen Pannen geht Zeit verloren. Um die verlorene Zeit aufzuholen, haben sich die Drucker bei allen drei Pannen entschieden, nicht alle Regionalausgaben zu drucken – kostet doch der Wechsel der Druckplatten für die einzelnen Regionalausgaben auch Zeit. Zeit, die in allen Fällen nicht vorhanden war: Innert vier Stunden müssen rund 90'000 Zeitungen gedruckt werden. Um 4 Uhr morgens muss alles fertig sein.

Dann werden die Zeitungsbündel von den Spediteuren abgeholt. Ist die Zeitung nicht fertig gedruckt, kann die Verteilung nicht gewährleistet werden.

Karl Herbstrith hat die Zeitungsproduktion 35 Jahre lang geleitet. In zwei Monaten wird er pensioniert. Er sagt: «Der Horror ist für uns, wenn keine Zeitung erscheinen würde.» Daher würden stets alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass die Zeitung im Briefkasten lande. Das geschehe manchmal um den Preis, dass nicht alle Abonnenten die richtige Regionalausgabe erhalten.

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