Jahresstatistik

Weniger Kampfhunde im Aargau, aber mehr Bisse registriert

(Symbolbild)

Ein Pitbull-Besitzer geht mit seinem Kampfhund spazieren.

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Das Amt für Verbraucherschutz ist nebst der Lebensmittelsicherheit und anderem auch mit dem Hundewesen betraut. Laut seinem neusten Jahresbericht nahm die Zahl der sogenannten Listenhunde (im Volksmund Kampfhunde genannt) letztes Jahr leicht ab.

In der spezialisierten Datenbank Anis sind für den Aargau 718 Listenhunde gemeldet, 39 weniger als im Jahr davor.

Am häufigsten unter ihnen sind mit 279 die Rottweiler. Die leichte Abnahme erklärt sich Amtsleiterin Alda Breitenmoser mit Wegzug des Halters oder Tod des Hundes.

Insgesamt waren Ende 2014 bei den Aargauer Gemeinden 36767 Hunde registriert. Der Anteil der Kampfhunde darunter betrug knapp 2 Prozent.

Dem Veterinärdienst wurden im Berichtsjahr 516 Vorfälle mit Hunden gemeldet, von denen 33 Kampfhunde betrafen. Bei ungefähr der Hälfte dieser Fälle wurden Personen leicht bis mittelschwer verletzt, bei der anderen Hälfte handelte es sich um Aggressionen unter Hunden.

Gegenüber 2013 (400 Vorfälle) ist das eine deutliche Steigerung. Allerdings lag diese Zahl nochmals ein Jahr davor gleich hoch wie 2014.

Breitenmoser: «Es ist kein klarer Trend, sondern eine Zickzack-Bewegung feststellbar.» Bei den 2014 Verletzungen dominieren offene Verletzungen, Schürfungen, Schrammen, Kratzer, Prellungen, Hämatome und Schwellungen. Gemeldet wurden aber auch 25 Sehnen-/Muskelverletzungen, 10 Gefässverletzungen und neun Brüche.

Vereinzelt Einschläferungen

Der Veterinärdienst verfügte laut Medienmitteilung dort, wo es angezeigt war, Massnahmen zur Vermeidung künftiger gefährlicher Situationen. Doch was heisst das? Alda Breitenmoser: «Damit sind meist Leinen- oder Maulkorbpflicht gemeint, nur in Einzelfällen geht es um Einschläferungen.»

Laut Jahresbericht wird der Veterinärdienst durch die zunehmende Zahl illegal importierter Tiere – in der Regel Hunde – vor grosse Herausforderungen gestellt. Wer im Ausland – meist in Ost- oder Südeuropa – einen Hund kauft und mit ihm einreist, reagiere am Zoll meist sehr überrascht, weil dann umfangreiche Abklärungen nötig werden, sagt Breitenmoser dazu.

Diese seien nötig, um unter anderem zu vermeiden, dass Tierseuchen eingeschleppt werden: «Tiere aus Ländern, in denen die Tollwut noch nicht ausgerottet ist, müssen in Quarantäne. All das kostet rasch mehrere 100 bis über 1000 Franken.»

Damit geht ein allfälliger Kaufvorteil flöten. Breitenmoser betont aber: «Wir ergreifen diese Massnahmen nicht etwa, um einheimische Hundezüchter zu schützen, es geht allein um das Wohl der Tiere.»

Letztes Jahr untersuchte die Schweizerische Tollwutzentrale 54 aus Tollwut-Risikoländern ausserhalb der EU illegal importierte Hunde, davon 10 aus dem Aargau. Deren Einschläferung war laut Jahresbericht unerlässlich.

Lebensmittel beschlagnahmt

2014 wurden Inspektionen in 3 500 Betrieben durchgeführt. In 13 Betrieben mussten grössere Mengen Lebensmittel beschlagnahmt werden. Ein Betrieb wurde wegen gravierender Missstände vorübergehend geschlossen, in einem weiteren Fall wurden die Benutzung der Küche und die Abgabe von Speisen untersagt.

Beide Betriebe können laut Alda Breitenmoser nach entsprechenden Verbesserungen und einer nochmaligen Überprüfung wieder arbeiten, bleiben aber unter besonderer Beobachtung.

Wenn Lebensmittel verderben, liege das oft an veralteten Kühlanlagen, die die nötige Leistung nicht erbringen und ersetzt werden müssen, so Breitenmoser.

Oft sehe man erst bei einer mikrobiologischen Untersuchung, ob eine Speise in Ordnung ist oder nicht. Ein Beispiel verunreinigter Spaghetti liess sich so rekonstruieren: Der Koch schüttete nach dem Kochen das Spaghettiwasser in den Ausguss. Da dieser verstopft war, spritzte (jetzt verunreinigtes) Wasser zurück und kontaminierte die Spaghetti: Ein klarer Fall für den Abfalleimer.

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