Schadstoffbelastung

Weniger Feinstaub in der Luft – aber der Aargau steuert auf ein neues Problem zu

Der Luftcontainer zieht um: Diese Immissionsmessstation steht neu in Aarau am Buchenhof.

Der Luftcontainer zieht um: Diese Immissionsmessstation steht neu in Aarau am Buchenhof.

Der Jahresbericht zur Luftqualität 2017 der Nordwestschweizer Kantone zeigt, dass die Schadstoffbelastungen abgenommen haben. Trotzdem kam es zu mehreren Grenzwertüberschreitungen im Aargau. Und ein neuer Grenzwert fordert den Kanton zusätzlich heraus.

Wegen der lange andauernden Schönwetterperioden mit vielen Hitzetagen im Sommer 2017 ist die Ozonbelastung in den Nordwestschweizer Kantone zwar etwas angestiegen, im Fünfjahresvergleich aber bedeutend gesunken. Das teilt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt mit.

Die Daten beruhen auf dem gemeinsamen Jahresbericht zur Luftqualität der Nordwestschweizer Kantone. Wie auch im Vorjahr basieren die ermittelten Werte dabei aus dem Immissionsmessnetzes des Kanton Aargau sowie der Kantone Basel-Stadt, Baselland, Bern, Bern, Jura und Solothurn. 

Laut Medienmitteilung ist Ozon aber trotz der besseren Werte nach wie vor ein ernst zunehmendes Thema. So wurde in den drei Aargauer Messstationen 2017 zwischen 89 und 195 Stunden mit Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Eigentlich dürften die 120 Mikrogramm pro Kubikmeter aber höchstes einmal im Jahr überschritten werden. 

Ozon-Werte in der Nordwestschweiz 2017.

Ozon-Werte in der Nordwestschweiz 2017.

Weniger Feinstaub, aber neuer Grenzwert

Auch der Feinstaub hat im Vergleich zu den letzten fünf Jahren 2017 weiter abgenommen. Der Jahresgrenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter konnte an allen Aargauer Messstationen eingehalten werden. 

Aufgrund der Kälteperiode im Januar 2017 wurde aber der Tagesgrenzwert (50 Mikrogramm pro Kubikmeter) in Suhr an fünf und in Baden sowie Sisseln an vier Tagen überschritten.

Feinstaub-Werte in der Nordwestschweiz 2017.

Feinstaub-Werte in der Nordwestschweiz 2017.

Wie das Departement ebenfalls mitteilt, gilt ab dem 1. Juni 2018 in der Schweiz neu ein Jahresgrenzwert für sehr feinen Feinstaub von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die Aargauer Messstationen messen schon seit 2017 auch diesen Wert – bei allen drei konnte er jedoch um 6 bis 9 Prozent nicht eingehalten werden. 

Im Gegensatz zu den Feinstaub- und Ozon-Werten ist beim Stickstoffdioxid so gut wie keine Veränderung beobachtet worden. Wie die das Departement mitteilt, ist die Belastung an den stark befahrenen Strassen im Kanton aber immer noch deutlich zu hoch. 

Stickstoffdioxid-Werte 2017 in der Nordwestschweiz.

Stickstoffdioxid-Werte 2017 in der Nordwestschweiz.

Aufgrund von baulichen Veränderungen an den bisherigen Standorten in Suhr und Sisseln werden zwei der Messstationen im Aargau neu nach Aarau an den Buchenhof und Schupfart verschoben. (cki)

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