Die obligatorische Abgas-Wartungspflicht entfällt von 2013 an, wenn in Autos ein sogenanntes On-Board-Diagnosesystem, kurz OBD genannt, installiert ist. Also entfällt der bislang alle zwei Jahre obligatorische Test. Das bestätigte am Donnerstag das Aargauer Departement Volkswirtschaft und Inneres.

Die Fahrzeuge verfügen im Armaturenbrett über eine gelbe Kontrolllampe, die ein Motorensymbol darstellt. Im Normalfall blinkt es beim Start des Motors kurz auf. Leuchtet die Lampe weiter, meldet das System einen Defekt. Fahr-zeughalter müssen dann eine Werkstatt aufsuchen. Sie haben 30 Tage Zeit, ihren Wagen reparieren zu lassen.

Die Neuregelung entlastet sämtliche Halter neuerer Motorwagen. Laut Strassenverkehrsamt weisen rund 60 Prozent der Fahrzeuge ein anerkanntes OBD-System auf, das von der periodischen Abgaswartung befreit. Für Fahrzeuge ohne OBD-System ändert sich nichts, das heisst sie müssen weiterhin alle zwei Jahre zur obligatorischen Abgaswartung in die Werkstatt. Lastwagen und Busse, die erstmals vor dem 30. September 2006 zum Strassenverkehr zugelassen wurden, sind von der Neuregelung ausgenommen.

Was der Kanton als Vereinfachung betrachtet, kommt bei den meisten Autohäusern nicht gut an. Sie befürchten, dass es künftig weniger Service-Aufträge gibt. Werkstattleiter Patrick Salm von der Auto Schmid-Rohr AG in Aarau geht davon aus, dass die elektronische Überwachung der Fahrzeuge funktioniert. Bei den älteren Modellen müsse nach wie vor per Sonde der Abgastest ausgeführt werden. Der finanzielle Verlust durch die Neuregelung halte sich wohl in Grenzen.

Werkstattchef Robert Leitinger von der Daniel Kohler AG in Untersiggenthal gibt sich realistisch: «Wir werden weniger Umsatz haben.» Die Neuregelung sei sicher eine gute Sache, aber die Elektronik entdecke auch nicht alles im Motor. Insofern bleibe regelmässiger Service wichtig.

Markus Gamper, PR-Koordinator Amag, verdeutlicht, dass die Abgaswartung von einem rein technischen Standpunkt aus nicht mehr wirklich vertretbar sei und von vereinzelten Kundinnen und Kunden als «Geldmacherei» verstanden werde. Für den Kunden kommt es nun insofern zu einer Vereinfachung, als er nebst Serviceintervall und Ölwechsel nicht zusätzlich noch die Abgaswartung beachten muss. «Ob der Kunde letzten Endes mit leuchtender OBD-Warnlampe die Werkstätte anfährt, werden wir sehen.» Für die einzelnen Werkstätten bedeute die Neuregelung, dass zwar unbestritten Einnahmen wegfallen, allerdings könnten diese mit anderen Tätigkeiten und einer weiterhin guten Auslastung der Werkstätten wettgemacht werden.