Nach dem Erfolg bei den Nationalratswahlen – die SVP kam im Aargau auf einen Wähleranteil von 38 Prozent und holte einen siebten Sitz – will die grösste Partei auch kantonal zulegen. Nur zwei Tage nach den nationalen Wahlen im Oktober kündigte SVP-Aargau-Präsident Thomas Burgherr an, man werde 2016 den Regierungssitz von Susanne Hochuli angreifen.

Und erst vergangene Woche, nachdem die az die «Kroatien-Connection» im Asylwesen publik gemacht hatte – ein leitender Mitarbeiter im Departement Hochuli hatte Möbel für Asylunterkünfte bei der Frau seines kroatischen Cousins bestellt – forderte SVP-Grossrat Wolfgang Schibler zum wiederholten Mal den Rücktritt der grünen Regierungsrätin. «Frau Hochuli, verabschieden Sie sich endlich aus der Politik. Im Oktober bei den Regierungsratwahlen haben Sie Gelegenheit dazu», schrieb Schibler in einem Leserbrief.

Hochuli-Kandidatur noch offen

Susanne Hochuli, die in den vergangenen Jahren wegen ihrer Asylpolitik regelmässig von der SVP kritisiert wurde, hat bisher sämtliche Rücktrittsforderungen ignoriert. Ob sie im Herbst für eine dritte Amtsperiode im Regierungsrat kandidiert, liess die 50-Jährige in einem az-Interview zu Beginn des Jahres offen. Hochuli sagte damals: «Jede Frage hat ihre Zeit und jede Antwort auch.»

Entscheiden muss sich die Grüne bis spätestens am 26. August, dann läuft die Anmeldefrist bei der Staatskanzlei ab. Aus ihrer Partei ist zu vernehmen, dass Hochuli sich Zeit lassen wolle mit der Entscheidung. Signale, ob sie antreten oder verzichten wolle, gebe es noch nicht.

SVP setzt Findungskommission ein

Auch bei den möglichen Herausforderern der SVP gibt es noch viele Fragezeichen. Thomas Burgherr bekräftigte am Parteitag in Holziken kürzlich zwar den Anspruch seiner Partei: «Wir wollen künftig vier bürgerliche Vertreter im Regierungsrat, davon zwei aus der SVP.»

Nationalrat Luzi Stamm brachte letzte Woche gar die Idee ins Spiel, mit drei Kandidaten anzutreten. Das erhöhe die Wahlchancen, da auf den Wahlzetteln der treuen SVP-Wähler dann nur noch zwei Regierungsratskandidaten aus anderen Parteien Platz fänden, sagte er auf «Tele M1».

Burgherr ist gegen diese Idee, ein Zweierticket der SVP scheint wahrscheinlicher. Doch wer gegen Susanne Hochuli antreten soll, ist noch völlig offen. Um den zweiten Platz neben dem wieder kandidierenden Bildungsdirektor Alex Hürzeler zu besetzen, hat die Partei eine Findungskommission unter der Leitung von alt Nationalrat Hans Killer eingesetzt. Diese soll Gespräche mit Interessierten führen und dem Nominationsparteitag am 20. April präsentieren.

Auf seine Favoriten angesprochen, sagt Thomas Burgherr: «Wir haben innerhalb unserer Partei eine grosse Auswahl von geeigneten Kandidaten.» Namen will Burgherr nicht nennen, dafür sei es zu früh und die Nomination sei Sache des Parteitags. Auch andere prominente SVP- Mitglieder halten sich bedeckt, wenn es um die Regierungsratskandidaten geht. Deshalb präsentiert die az selber eine Auswahl von fünf möglichen Namen.