Wem geben die 17 Bundesparlamentarierinnen und -parlamentarier aus dem Kanton Aargau einen persönlichen Badge, der zum unbeschränkten Zutritt zum Bundeshaus berechtigt?

Marie-Louise Baumann und FDP-Grossrat Daniel Heller heissen die beiden Personen, die von der FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger-Walther einen Gästeausweis erhalten haben.

Durch Baumann und Heller ist Eichenberger mit einer Reihe von Unternehmen und Organisationen wie Clientis, Franke Schweiz, Reuss Private, Farner Consulting, Burson-Marsteller, Swisstransplant und der Klinik Barmelweid verbunden.

Matthias Kummer von der Vereinigung Schweizerischer Privatbanquiers und René Buholzer von Credit Suisse gehen in Bundesbern ein und aus, weil der SVP-Nationalrat Luzi Stamm ihnen die Türen geöffnet hat.

Der SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner hat Michael Gehrken vom Schweizerischen Nutzfahrzeugverband und der Suva sowie Hans-Ulrich Hunziker von der Swiss Association Value Added Services den Zutritt zu der Wandelhalle verschafft.

Mit den Badges von SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni gelangen Hansruedi Streiff von der Holzindustrie Schweiz und Henrique Schneider vom Schweizerischen Gewerbeverband, dem Nuklearforum und der Stiftung Klimarappen in die Vorzimmer der Räte.

Philipp Müller behält seine Badges

Jedes der 246 Mitglieder des Nationalrats und des Ständerats kann bis zu zwei Personen mit einem Gästeausweis ausstatten.

Die Interessenbindungen müssen dabei nicht angegeben werden. Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat die «NZZ» die Daten des Handelsregisters ausgewertet. Eine interaktive Visualisierung gibt einen Überblick über die Zutrittsberechtigten und die Interessen, die sie vertreten.

Von den 15 Aargauer Nationalrätinnen und Nationalräten haben drei keine Zutrittsberechtigung vergeben: Ruth Humbel (CVP), Hansjörg Knecht (SVP) und Philipp Müller (FDP). FDP-Präsident Müller steht damit in seiner Partei nicht allein. Die FDP stellt mit neun Politikern die höchste Zahl an Parlamentariern, die keine Zutrittsausweise ausgestellt haben.

Vergleichsweise überschaubar sind die Netzwerke der Vertreterinnen und Vertreter der Links- und Mitte-Parteien.

Max Chopard (SP) hat seine Badges an Max Hofmann von der Fédération Suisse Fonctionnaires de Police und die persönliche Mitarbeiterin Sandra-Anne Göbelbecker vergeben, Yvonne Feri (SP) an Nils Münger von der Kinderlobby und Roland Seiler vom Schweizerischen Fischerei-Verband, Cédric Wermuth (SP) an Ivica Petrusic vom Dachverband der offenen Jugendarbeit Schweiz und Emine Sariaslan vom Forum für die Integration der Migranten.

Beat Flach (GLP) ist mit Hans-Georg Bächtold vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein und Peter Schuhmacher von der Geo Consulting Group verbunden, Bernhard Guhl (BDP) mit Stefan Kilchenmann von der Swisscom AG und Thomas Zwald vom Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen, Geri Müller (GPS) mit Martin Bosshard von Biosuisse und Ersin Dincer von der Kinderlobby.

Pascale Bruderer hat Mitarbeiterin

Im SVP-Lager ist Hans Killer mit Charles Buser von Bauenschweiz und Urs Glutz von Swisspower vernetzt, und Maximilian Reimann hat Hans Peter Reimann als Gast und den persönlichen Mitarbeiter Urs Hürzeler mit Zutrittsausweisen ausgestattet.

Und die beiden Ständerätinnen? Christine Egerszegi-Obrist (FDP) hat Hanspeter Konrad vom Schweizerischen Pensionskassenverband und Ruedi Leder von Leder Partner den Zugang zum Bundeshaus verschafft, Pascale Bruderer Wyss (SP) ihrer persönlichen Mitarbeiterin Petra Rohner.

Zutritt zum Bundeshaus hat auch der Aargauer Grossratspräsident und TCS-Vizepräsident Thierry Burkart (FDP) – mit dem Badge der Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder.