Regionalpolizeien

Weitere Polizei-Fusionen stehen im Aargau nicht bevor

Der Evaluationsbericht zum dualen Polizeisystem sah in der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal eine weitere Fusionskandidatin, doch dort will man nichts von einem Zusammenschluss wissen.Walter Schwager

Der Evaluationsbericht zum dualen Polizeisystem sah in der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal eine weitere Fusionskandidatin, doch dort will man nichts von einem Zusammenschluss wissen.Walter Schwager

Die neuen Repol-Zusammenschlüsse sind auch eine Konsequenz aus einer Evaluation des dualen Systems, den der Kanton im Januar 2013 präsentierte. Im Bericht wurden sogar mehr Fusionen empfohlen, als nun umgesetzt werden.

Die Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss wird mit der Stadtpolizei Baden zusammengeführt, die Regionalpolizei Seetal soll als eigenständige Organisation aufgelöst und in die Regionalpolizei Lenzburg integriert werden.

Der Anfang vom Ende der dualen Polizeistruktur im Aargau? Schliesslich kommt das Thema Einheitspolizei in regelmässigen Abständen auf die politische Agenda, dafür sorgte bisher jeweils die SVP.

Doch Grossrätin Marlène Koller verneint. Die Frau Gemeindeammann von Untersiggenthal, Standortgemeinde der Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss, gab am Wochenende wohl gegenüber Radio SRF erneut zu Protokoll, dass die Einheitspolizei ihrer Meinung nach die bessere Lösung wäre.

Ihre Partei habe das Thema aber nicht mehr in die Legislaturziele aufgenommen, mit neuen Vorstössen für einen Modellwechsel sei kaum zu rechnen, sagt Koller auf Anfrage.

«Es ist Zeit, dass Ruhe in die Sache kommt. Das Schwergewicht muss jetzt darauf liegen, die Schnittstellen zwischen Kantons- und Regionalpolizeien zu regeln und Doppelspurigkeiten zu beseitigen», so Koller.

Und billiger, so glaubt sie aus Erfahrung, wäre eine Einheitspolizei auch nicht. Bei der Einführung der dualen Polizeistruktur sei man sich aber tatsächlich zu wenig bewusst gewesen, wie gross der Druck auf die kleinen Regionalpolizei-Korps ist, der nun zu den Anschlusslösungen im Ostaargau und im Seetal führte.

Punktueller Handlungsbedarf

Die Zusammenschlüsse sind auch eine Konsequenz aus einer Evaluation des dualen Systems, den das Departement Volkswirtschaft und Inneres im Januar 2013 präsentierte. Das Modell funktioniert grundsätzlich gut, das mit der Evaluation beauftragte Forschungsinstitut Interface ortete eher punktuellen Handlungsbedarf.

So wurde Verbesserungspotenzial bei der Zusammenarbeit zwischen Kantons- und Regionalpolizeien ausgemacht, und der Bericht empfahl organisatorische Anpassungen bei den kleinen Regionalpolizeien und Zusammenschlüsse zu grösseren Organisationen.

Namentlich genannt wurden neben den Regionalpolizeien Limmat-Aare-Reuss und Seetal auch jene von Muri und Rohrdorferberg-Reusstal. Ein Bericht zur Umsetzung der Empfehlungen aus der Evaluation sei in Vorbereitung und werde in der zweiten Jahreshälfte mit den Repol-Verantwortlichen bereinigt, heisst es aus dem Departement Volkswirtschaft und Inneres.

Rohrdorferberg und Muri winken ab

Weitere Regionalpolizei-Fusionen stehen derzeit aber offenbar nicht zur Diskussion, wie eine Nachfrage in Muri und Niederrohrdorf ergab.

Die Regionalpolizei sei aufgestockt worden und liege mit 14 Polizisten und einer Zivilangestellten über der kritischen Grösse, sagt Niederrohrdorfs Ammann Gregor Naef. Das reiche auch für die Patrouillentätigkeit aus, die man früher mit der Regionalpolizei Spreitenbach organisiert hatte, die per Ende 2012 mit der Gemeindepolizei Wettingen zur Regionalpolizei Wettingen-Limmattal fusionierte.

Dass man derzeit einen neuen Kommandanten für die Regionalpolizei sucht, habe nicht mit Problemen im Korps zu tun, die Fluktuation liege im üblichen Rahmen.

Auch in Muri setzt man nicht wie im Evaluationsbericht empfohlen auf Zusammenschlüsse, sondern auf eigenes Wachstum. Wo notwendig und sinnvoll, suche man die Zusammenarbeit, so Muris Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger.

So organisiere man die Nachtpatrouillen gemeinsam mit der Regionalpolizei Bremgarten. Grundsätzlich habe man sich in den beteiligten Gemeinden nach dem Erscheinen des Evaluationsberichts aber zum dualen System mit einer eigenen Regionalpolizei Muri bekannt.

Im Zug einer Aufstockung des Korps habe man auch eine Grösse erreicht, die das ermöglicht. Für das Budget 2015 wird eine weitere Aufstockung um zwei Polizisten beantragt.

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